Weissenborn

Weissenborn, gängige Bezeichnung für eine akustische Lap Steel Guitar; die Bezeichnung geht auf den deutschstämmigen Klavier- und Gitarrenbauer Hermann Weissenborn zurück, der diese Gitarren im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts entwickelte und baute. Die Weissenborn ist Nachkomme der Knutsen-Hawaii-Gitarre.

Weissenborn-Gitarren ähneln im Wesentlichen einer herkömmlichen akustischen Gitarre, doch ist an den Korpus nicht ein aus massivem Holz bestehender Hals angesetzt, sondern der Korpus geht ähnlich dem Korpus einer Gambe in einen Hals über und reicht bis zum Sattel. Da dieser Teil des Korpus ebenfalls hohl ist, vergrößert er damit den Resonanzraum des Instrumentes. Das Griffbrett ist auf diesen Resonanzhals aufgeleimt. Ansonsten gleicht das Instrument der Gitarre: Es verfügt wie diese über sechs Saiten aus Metall, die Mensur beträgt 63,5 Zentimeter; gebaut wird es aus Fichte, Ahorn, insbesonderee aber Koa.

Da es nur wenige Gitarren aus Weissenborns Hand gibt, werden diese Instrumente von diversen Gitarrenbauern nachgebaut. Dabei werden auch immer wieder Modifikationen vorgenommen, etwa die Tiefe des Korpus vergrößert oder auch mit anderen Mensuren – etwa für Bariton-Instrumente – versehen; auch gibt es Weissenborn-Nachbauten mit zwei Schallöchern.

Der Klang einer Weissenborn ist hell, relativ zart und ähnelt im hohen Register dem eines Dulcimers. In Kombination mit einer herkömmlichen Gitarre wird die Weissenborn insbesondere in amerikanischer Folk Music eingesetzt. Wie Aufnahmen etwa von Ben Harper und David Lindley zeigen, fügt sie aber auch anderer Musik eine spezifische Klangfarbe hinzu.

Weblink

www.well.com/user/wellvis/steel.html (Website zur Lap Steel Guitar mit Informationen zur Weissenborn)