Zither

Zither, Chordophon (Saiteninstrument, Zupfinstrument), in engerem Sinn die Konzertzither, die umgangssprachlich Zither genannt wird. Diese Bezeichnung ist gleichzeitig der Name einer übergeordneten Klasse in der Musikinstrumenten-Klassifikation von E. von Hornbostels und C. Sachs. In eine der Unterklassen dieser Klasse gehört auch die Konzertzither.

Sachs und von Hornbostel nennen Zither jedes einfache Chordophon, bei dem die Saiten über einen Träger gespannt sind und dieser auch Saitenhalter und Stimmeinrichtung trägt. Das Vorhandensein eines Resonanzkörpers ist unerheblich. Für eine weitere Klassifizierung zählt allein die Form des Saitenträgers, so dass sich Bezeichnungen wie Stabzithern (Musikbogen), Röhrenzithern, Wölbbrettzithern (auch: Halbröhrenzithern), Brettzithern (Zither, Klavier), Floßzithern, Schalenzithern und Rahmenzithern ergeben. Nach dieser Klassifikation ist die Konzertzither eine Brettzither mit Resonanzkasten, kann daher auch als Kastenzither bezeichnet werden.

Zither

Zither [Fotolia]

Tatsächlich besteht die Kastenzither aus einem flachen, rechteckigen Kasten aus Holz. Der Kasten ist an der linken Seite ein wenig eingebuchtet, ebenso an einer der Längsseiten, in die Decke ist ein rundes Schallloch eingeschnitten. Der Spieler legte den Kasten quer vor sich auf einen Tisch. Die Decke trägt auch das mit 29 Bünden versehene Griffbrett. Der Saitenbezug wird grob in zwei Gruppen geteilt: Den fünf Griffbrettsaiten stehen die so genannten Freisaiten gegenüber, die ihrerseits in Begleit-, Bass- und Kontrabasssaiten unterschieden werden. Die Griffbrettsaiten werden mit kleinen Flügelmechaniken entweder in »Münchner Stimmung« auf a1-a1-d1-g-c oder »Wiener Stimmung« a1-d1-g1-g-c gestimmt. Die meistens 37 Freisaiten – es gibt auch Instrumenten mit weniger oder mehr Freisaiten – werden mithilfe von einfachen Stimmwirbeln gestimmt, die Begleitsaiten auf die Töne es1-b-f1-c1-g-d1-a-e1-h-fis-cis1-gis. Diese Stimmung wird bei den anderen Saiten um eine bzw. zwei Oktaven tiefer wiederholt. Die Kontrabasssaiten werden chromatisch gestimmt, von F bis 1F. Der Spieler benutzt für den Daumen der Spielhand ein auf den Daumen gestecktes Ringplektrum aus Metall und reißt damit die Griffsaiten an. Mit der Griffhand werden die Saiten jeweils an Bundposition verkürzt.

Zither

Spiel der Zither [Fotolia]

Der Klang der Zither ist relativ leise und hält auch nicht lange an. Deshalb wird er vom Spieler mit einer Art Vibrato verlängert, in dem er an Bundposition den Finger schnell hin und her bewegt. Das Instrument, dass besonders in der Volksmusik der Alpenregion eine Heimat gefunden hat, wird zwar besonders im Zusammenspiel mit Gitarre, Hackbrett und Kontrabass gespielt, kann aber auch solistisch eingesetzt werden. Der Zitherspieler Anton Karras (* 1906, † 1985) verhalf dem Instrument mit seiner von ihm auf der Zither gespielten Titelmusik zu dem Film »The Third Man« (1949; Regie: Carol Reed), dem so genannten »Harry-Lime-Thema«, zu größter Bekanntheit.

Die Zither wurde erst 1862 von dem Zitherhersteller Max Amberger (* 1839, † 1889) zu der heutigen Konzertzither standardisiert. Doch gab es zahlreiche Vorläufer und Varianten des Instrumentes, das seinen Urahn im Scheitholz des Mittelalters hat. Der früher einfach rechteckige Resonanzkasten der Zither erhielt im 18. Jahrhundert seine an zweiten Seiten geschwungene Form. Diese so genannte »Salzburger Zither« bildete die Grundlage für die heutige Form der Zither. 1838 erhielt das Instrument das Griffbrett mit der seitdem üblichen Stimmung. Verschiedene Varianten wie Terz-, Quint-, Alt- und Basszither, Pedalzither und Doppelzither, Streichzither und Akkordzither zeigen die Beliebtheit des Instrumentes im 19. Jahrhunderts. Die Autoharp, eine weitere Variante der Zither ist bis heute in der Folk- und Countrymusik der USA von einiger Bedeutung.