Angklung

Angklung, indonesisch zusammengesetzt aus angka für »Ton« und lung für »unterbrochen«, Idiophon (Schlaginstrument, Rassel), in Bali und Java beheimatete so genannte Gitterrassel (siehe auch Rassel). Die Angklung-Rassel ist vermutlich im 14. Jahrhundert in Indonesien entstanden, die älteste existierende Rassel stammt aus dem 16. Jahrhundert.

Das einzelne Instrument besteht aus einem auf einem gemeinsamen Träger befestigten Gitterrahmen, in dessen oberen Rahmenhölzern jeweils zwei oder drei, selten auch mehr Bambusröhren unterschiedlicher Länge und verschiedenen Durchmessers so aufgehängt sind, dass sie in Grenzen frei schwingen können. Die unten geschlossenen und im oberen Bereich hälftig aufgeschnittenen Röhren sind auf Einzeltöne gestimmt, wobei zur Klangverstärkung mitunter zwei Röhren gleicher Größe aufgehängt werden; die Röhren sind geringfügig gegeneinander verstimmt, so dass sich eine langsame Schwebung ergibt. Der Spieler greift das Instrument am Rahmen und bewegt es so, dass die Röhren in mehr oder weniger zufälliger Folge an das Trägerholz anschlagen. Ein Spieler bewegt mehrere Rasseln, Virtuosen 30 und mehr in einem Gestell aufgehängte Instrumente. Die Rasseln werden auch zu großen Ensembles zusammengestellt, so dass zu einem Angklung-Orchester bis zu 100 Spieler gehören können. Die Klangfolgen der einzelnen Rasseln sind untereinander verzahnt, und erinnern deshalb ein wenig an den europäischen Hoquetus. Traditionell sind die Angklung-Rasseln nach einer pentatonischen Skala zusammengestellt – häufiger Slendro, seltener Pelog –, doch werden in jüngerer Zeit auch nach europäischem Tonsystem gestimmte Rasseln diatonisch angeordnet und auch zur Produktion von Popmusik verwendet.

Ebenfalls als Angklung wird ein im östlichen Teil von Java gebräuchliches Xylophon bezeichnet, das aus 12 bis 14 Bambusröhren aufgebaut ist.

Literatur

Kunst, Jaap: Music in Java; Den Haag 1949