Bongo

Bongo, das, Membranophon (Schlaginstrument, Röhrentrommel), spanisch, meist in der Mehrzahl Bongos, Trommelpaar afrikanischer Herkunft; über Kuba fand das stets paarweise verwendete Instrument Eingang in die lateinamerikanische Musik, dann seit den 1940er-Jahren in Kunstmusik, Jazz und Rock.

Bongos

Bongos (Fotolia)

Das etwa 20 bis 25 Zentimeter hohe Instrument hat einen Durchmesser von zehn bis 20 Zentimetern. Der aus Holz oder Kunststoff gefertigte Trommelkorpus hat unten oft einen geringeren Durchmesser als oben. Das Fell aus Kunststoff oder Kalbshaut wird mittel eines Spannreifens und meist vier Spannschrauben auf dem Korpus befestigt und kann je nach Größe der Trommel auf einen mehr oder weniger hohen Ton gestimmt werden. Eine große Bongo kann auf einen Ton zwischen c und f1, ein kleines auf einen von c2 bis f1 gestimmt werden; als Intervall zwischen den beiden Trommeln wird oft die Terz gewählt.

Zum Spiel klemmt der sitzende Instrumentalist das Trommelpaar zwischen die Oberschenkel; wird das Instrument im Stehen gespielt, so wird es auf einem Ständer befestigt. Wenn die Bongos auch zumeist mit Fingern und Handflächen gespielt wird, so kann es auch mit Schlägeln, Stöcken oder Rute Brushes angeschlagen werden; dabei werden nicht nur die Felle, sondern auch die Trommelkörper geschlagen. Der kurze, trockene und ein wenig harte Klang der Bongos kann durch Abwandlungen der Schlagtechnik und durch Wahl von Schlägel und Stock beeinflusst werden.

Die Bongos werden vereinzelt in der Kunstmusik verwendet, so etwa in Edgar Varèses »Ioniosation« (1930) oder Pierre Boulez’ »Le marteau sans maître« (1953-1957); das Instrument gehört zum Arsenal der Perkussionsinstrumente des zeitgenössischen Orchesters. In der lateinamerikanischen Musik ist es Teil der obligaten Besetzung von Tanzorchestern, und fand über diesen Weg auch Verwendung in den Jazz-Big-Bands der 1940er Jahre. In der Rockmusik wird es naturgemäß besonders von Latin-Rock-Bands wie etwa Santana verwendet.