Boomwhacker

Boomwhacker, zusammengesetzt aus englisch boom für »Dröhnen« und whacker von whack für »schlagen«, Idiophon (Aufschlagidiophon, Gegenschlagidiophon), Kunststoffröhren, die entsprechend ihrer Länge einen Ton erzeugen; Boomwhackers wurden Mitte der 1990er-Jahre von dem Amerikaner Craig Ramsell als komplette Sets auf den Markt gebracht. Ramsell gründete zwecks Vermarktung seiner Boomwhackers 1998 in Sedona (Arizona) die Firma Whacky Music Incorporated, die er 2009 an das Unternehmen Rhythm Band Instruments LLC in Fort Worth (Texas) verkaufte.

Die Röhren aus Kunststoff haben eine Durchmesser von etwa 40 Millimetern; ihre Länge richtet sich nach der benötigten Tonhöhe: Je länger, desto tiefer der Ton. Um die Tonhöhen der einzelnen Röhren unmissverständlich zu kennzeichnen, sind die Boomwhackers unterschiedlich eingefärbt: Rot steht für den Ton c, orange für d, gelb für e, hellgrün für f, dunkelgrün für g, blau für a und lila für h. Die Farben sind für alle Oktavlagen gleich. Boomwhackers werden für einen Tonbereich von dreieinhalb Oktaven hergestellt.

Ramsells Firma bietet die Klangröhren in zwei Sets an: Diatonisch C-Dur und pentatonisch C; außerdem gibt es einen Ergänzungsset, um die diatonisch Leiter chromatisch erweitern zu können. Der Ton einer einzelnen Röhren kann durch eine so genannte Oktavatorkappe – eine Kappe aus Kunststoff, die auf eines der offenen Enden der Röhre gesteckt wird – um eine Oktave gesenkt werden; die Kappe bedingt eine Halbierung der Wellenlänge der in der Röhre schwingenden Luft, damit eine Halbierung der Frequenz.

Es sind mehrere Spielweisen möglich und üblich. Der Spieler kann eine oder auch zwei Röhren in die Hände nehmen und gegen einen Gegenstand oder auch beispielsweise gegen die Oberschenkel schlagen; spielt er nur eine Röhre, schlägt er mit ihr gegen die Fläche der freien Hand. Zum anderen können die Röhren auf eine passende Unterlage gelegt und mit einem Schlägel angeschlagen werden. Der Ton ist kurz und erinnert an den Klang von hölzernen Klangstabspielen.

Die Boomwhackers spielen eine gewisse Rolle in der Musikpädagogik, ist mit ihnen doch analog des Orff-Instrumentariums die Bildung von mehr oder weniger großen Ensembles nicht nur möglich, sondern auch notwendig, um komplette Musikstücke überhaupt spielen zu können. Der einzelne Spieler ist dabei mit dem Spiel von ein oder zwei Klangröhren nicht überfordert und kann sich auf das Zusammenspiel konzentrieren.

Aufgrund ihrer einfachen Bauart lassen sich Boomwhackers natürlich leicht selbst herstellen, etwa aus Abwasserröhren (DN40) aus dem Sanitärhandel.

Literatur

Möller, Sandra/Eisel, Helmut: Moderner Musikunterricht mit Boomwhackers; Donauwörth 2010
Villaseca, Cornelia: Boomwhackers – Rhythmusübungen, Spielstücke und methodische Hinweise; Donauwörth 2010

Weblink

boomwhackers.com (Offizielle Website von Rhythm Band Instruments LLC, dem Hersteller der Boomwhackers)