Conga

Conga, Membranophon (Röhrentrommel), meist in lateinamerikanischer Musik paarweise eingesetzte Trommeln; die Conga stammt aus Kuba und hat afrikanische Vorfahren.

Conga

Conga (Fotolia)

Die Conga ist eine bauchige, einfellige Standtrommel, die am unteren offenen Ende schmaler als am oberen ist; Conga-Trommeln können aber auch einen geraden, nicht bauchigen, nach unten sich konisch verjüngenden Korpus haben. Die Zargenhöhe beträgt zwischen 70 und 90 Zentimeter, der Durchmesser 20 bis 30 Zentimeter. Das zumeist aus Holz gebaute, in jüngerer Zeit aber auch häufig aus Kunststoff hergestellte Instrument stellt so etwas wie das Rückgrat der in der lateinamerikanischen Musik verwendeten Perkussionsinstrumente dar.

Meist werden zwei Congas von verschiedenem Durchmesser zu einem Paar vereinigt, gelegentlich aber auch bis zu vier Instrumente verwendet. Die Instrumente stehen in besonderen Ständern vor dem Spieler, wobei die größte – und damit tiefste – Trommel ganz links steht. Die tiefste Conga wird Tumba oder Tumbadora genannt, in der Tonhöhe aufsteigend folgen Conga, Quinto und Superquinto.

Der Spieler schlägt das Fell mit der ganzen Handfläche oder mit den einzelnen Fingern an; auch das Reiben des Fells gehört zu den üblichen Spieltechniken. Die Klangfarbe ändert sich abhängig davon, ob die Fellmitte oder der Rand angeschlagen werden; die andere Hand wird zum Abdämpfen verwendet. Seltener wird die Conga mit Stöcken gespielt. Das Fell – meist Kalbshaut – kann mittels Spannreifen und Spannschrauben in engen Grenzen gestimmt werden. Der Klang ist relativ kurz, kann aber durch diverse Dämpfungstechniken sehr variabel gestaltet werden.

In der Rockmusik wird das Instrument je nach stilistischer Ausrichtung mehr oder weniger häufig gebraucht, obligat etwa im Latin Rock (Santana), von Fall zu Fall aber bei vielen Rockbands. Conga-Spieler gehören indes nur selten einer Band als feste Mitglieder an, neben den Latin-Rock-Bands seien Little Feat (Sam Clayton) und – zumindest über einige Jahre – Chicago (Laudir De Oliviera) genannt. Vereinzelt werden Congas auch in der traditionellen Kunstmusik eingesetzt, so etwa von Werner Egk in »Variationen über ein karibisches Thema« (1959) oder von George Gershwin in »Porgy and Bess« (1935).

Diskografie

Santana: Santana (1969)
Chicago: VII (1974)
Little Feat: Waiting for Columbus (1978)