Drum-Computer

Drum-Computer, auch Drum-Machine, Bezeichnung für ein Rhythmusgerät, das es ermöglicht, Schlagzeugklänge taktweise zusammenzustellen und aus diesen Takten komplette Rhythmusspuren zu generieren; als Drum-Computer werden in einem engeren Sinn nur Hardware-Geräte bezeichnet, die ausschließlich mit Samples von authentischen Drums arbeiten. Einige Ausführungen von Drum-Computern erlauben in Maßen auch die Bearbeitung der Samples. Neben den Hardware-Drum-Computern gibt es auch Softwareprogramme, die wenigstens dieselben, meist aber mehr Möglichkeiten bieten; für die Nutzung dieser Programme ist ein entsprechend eingerichteter Computer erforderlich (Soundkarte). Drum-Computer waren die ersten ROM-Player, da für Schlagzeugklänge eine Auflösung von 8 Bit als ausreichend erachtet wurde.

In der Regel enthalten Drum-Computer eine Vielzahl von Schlagzeugklängen, die von authentischen Instrumenten abgenommen wurden. Da perkussive Schallereignisse recht kurz sind, waren die seinerzeit noch eingeschränkten technischen Möglichkeiten dennoch ausreichend, die Klänge in akzeptabler Qualität digitalisieren zu können. Mittlerweile ist der Klang guter Drum-Computer vom Klang authentischer Drums nicht mehr zu unterscheiden.

Die einzelnen Schlagzeugklänge können zu mehr oder weniger umfangreichen Drum-Sets zusammengestellt werden. Auch ist in Grenzen die Bearbeitung der Samples möglich, wenn auch nicht alle Drum-Computer diese Möglichkeit anbieten. Viele Drum-Computer erlauben die Eingabe weiterer, nicht ab Werk eingebauter Samples. Die Einzelklänge – mitunter mehrere 100 – können mittels des jeweils eingebauten Sequencers taktweise, dann auch in Pattern, zusammengestellt werden; dies kann auch mittels eines externen Computers über MIDI geschehen. Die meisten Drum-Computer bieten auch die Möglichkeit die einzelnen Instrumente per Hand über anschlagsdynamische Pads einzugeben. Mittels der Pattern – die auch in Presets vorliegen können – ist es leicht möglich, die in der Rock-, Pop- und Dance Music üblichen Formen zusammenzustellen. Die Ablaufgeschwindigkeit der Rhythmusspur kann in weiten Grenzen geregelt werden; so ist es auch möglich, Spielgeschwindigkeiten einzustellen, die einem realen Drummer nicht möglich sind.

Der erste industriell gefertigte Drum-Computer, der professionellen Ansprüchen genügte, wurde von dem Briten Roger Linn in Zusammenarbeit mit Robert Moffat entwickelt und 1980 unter der Bezeichnung The Linn Electronics LM-1 auf den Markt gebracht. Zeitweilig wurde die Bezeichnung des Gerätes – Linn Drum – synonym für Drum-Computer gebraucht, zumal der Computer die Klangwelt der New-Wave- und Dance-Music der 1980er-Jahre stark prägte. Ähnliche Geräte wurden bald von anderen Firmen hergestellt, so etwa von EMU Systems, Roland und Yamaha, später auch von Akai und Alesis. Die Entwicklung zielte dabei darauf ab, einerseits die Qualität der Samples zu verbessern – mittlerweile sind 16 Bit und 18 Bit Auflösung üblich –, die Zahl der verfügbaren Einzelklängen zu erhöhen und den Komfort zu steigern.

Seit etwa Mitte der 1980er-Jahre verdrängten die Drum-Computer die bis dahin dominanten Rhythmus-Boxes, die ihre Klänge analog synthetisieren; die Drum-Computer ihrerseits erhielten starke Konkurrenz durch Software-Drums, die als Instrumente in Audio-Software (Sequencer-Programme) geladen werden können und noch flexibler in der Handhabung als die Hardware-Drum-Computer sind.