Drum Rack

Drum Rack, zusammengesetzt aus englisch drum für »Trommel« und rack für »Gestell«, Gerüst für die Befestigung von Perkussionsinstrumenten wie vor allem Trommeln (Tom-Toms) und Becken; Drum Racks bieten eine flexible Möglichkeit, ein Drum Set zusammenzustellen und weichen daher vom herkömmlichen Aufbau eines Drum Sets ab.

Der bis in die 1980er-Jahre übliche Aufbau eines Drum Sets bestand in der Regel aus einer Bass Drum, zwei bis drei Tom-Toms, einer Hi-Hat, einer Snare Drum und einer mehr oder weniger großen Anzahl von Becken. Dabei waren auf der Zarge der Bass Drum ein Beschlag – die so genannte Halte-Rosette – angebracht, an denen ein oder zwei Hängetoms angebracht werden konnten; bei manchen Bass Drums gab es auch eine Beschlag für die Aufnahme eines Beckenständers. Im Laufe der 1960er- und 1970er-Jahre waren die Drum Sets stetig erweitert worden, so dass Toms häufig auf separaten Ständern aufgehängt wurden. So lag die Idee nahe, ein aus Aluminiumprofilen gefertigtes Racksystem einzusetzen, an dem alle Toms-Toms und der größere Teil der Becken sowie weitere Perkussionsinstrumente mittels einheitlicher spezieller Klammern befestigt werden konnten. Racksysteme sind modular aufgebaut. Es besteht aus Beinen, die jeweils mit mehr oder weniger langen Profilstangen verbunden werden – drei Beine werden beispielsweise mit zwei Querstangen verbunden. An den Querstangen werden die Instrumente befestigt, die Bass Drum steht frei. Die Beine werden so im Winkel aufgestellt, dass der Schlagzeuger bequem jedes Schlaginstrument erreiche kann, kleinere Aufbauten also in einem Winkel, größere in einer angenäherten U-Form. Der Vorteil von Drum Racks ist darin zu sehen, dass sehr umfangreiche Drum Sets zusammengestellt werden können und dabei eine Reihe von separaten Ständern eingespart werden kann. Sets, wie sie etwa Mike Portnoy, Gavin Harrison oder Simon Phillips benutzen, wären ohne Einsatz von Racksystemen nur schwer aufzubauen.

Drum Racks wurden zwar erst in den 1980er-Jahren serienmäßig hergestellt, doch hatten sich einzelne Schlagzeuger schon in den 1970er-Jahren eine Art Racksystem bauen lassen. Ein solches war beispielsweise Carl Palmers Edelstahlschlagzeug, das er sich Mitte der 1970er-Jahe hatte bauen lassen; es war exakt auf seine Bedürfnisse zugeschnitten. Andere Schlagzeuger fertigten ihre Racks selbst an. So verwendete Charlie Morgan während einer Tour mit Elton John 1992 ein aus Wasserrohren zusammengeschraubtes System.

Literatur

Nicholls, Geoff: The Drum Book – A History of the Drum Kit; New York (2008)