Gong-Tom

Gong-Tom, Membranophon (Schlaginstrument, zylindrische Röhrentrommel), Tom-Tom in der Größe einer Bass Drum, dessen Schlagfell größer als der Durchmesser des Korpus ist.

Gong-Toms gibt es in Größen zwischen 20 und 24 Inch (50 bis 60 Zentimeter). In der Regel ist die Tiefe des Kessels nicht kleiner als der Durchmesser. Das Schlagfell hat stets einen um zwei Zoll größeren Durchmesser als der Kessel, so dass der Spannreifen über den Rand des Kessels hinausragt. Die Böckchen sind dementsprechend so am Korpus befestigt, dass die zwangsläufig recht langen Stimmschrauben schräg zum Spannreifen laufen.

Der Klang eines Gong-Toms ähnelt zwar dem großer Tom-Toms, ist wegen der Größe jedoch lauter und tiefer; auch schwingt das Fell länger aus, so dass der Ausschwing-Vorgang wie der eines Gongs wirkt. Der relativ lang anhaltende Ton ist gewünscht, so dass die Trommel nicht für schnelle Folgen mehrer Schläge gedacht ist, sondern für das Setzen einzelner Akzente. Wegen ihrer Größe stehen Gong-Toms – die meisten Schlagzeuger integrieren lediglich eines in ihr Set – meist in der Nähe der Floor Toms, oft stehen sie auf einem separaten Ständer, mit dessen Hilfe die Schlagfläche schräg zum Schlagzeuger geneigt wird.

Gong-Toms kamen in den 1970er-Jahren auf, der erste Schlagzeuger, der sie einsetzte, war angeblich Billy Cobham. Weitere Nutzer der klangmächtigen Trommeln sind Neil Peart von der kanadischen Band Rush, Stewart Copeland (The Police), Bill Bruford (Yes, King Crimson), Simon Phillips (The Who) und Mike Portnoy (Dream Theater).

Als Gong Drum oder Gong Bass Drum werden überdimensionierte Trommeln bezeichnet, die einen Durchmesser von nahezu zweieinhalb Metern haben können. Trommeln dieser Art wurden Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut, etwa von dem Engländer Henry Destin. Gong Bass Drums stehen senkrecht in einem Gestell, so dass das Schlagfell von dem vor der Trommel stehenden Schlagzeuger mit einem großen Schlägel angeschlagen werden kann. Bei Gong Bass Drums passt das Fell exakt auf den Korpus. Im Orchester wurden zwar meist etwas kleinere Instrumente verwendet, doch mochten einige Komponisten nicht auf den gewaltigen, dumpfen Ton der Gong Bass Drum verzichten; Giuseppe Verdi sah es in der von ihm komponierten »Messa da Requiem« (1874) vor.

Literatur

Montagu, Jeremy: Timpani & Percussion; New Haven/London 2002