Gong

Gong, indonesisch, Idiophon (Aufschlagidiophon, Metallophon), Schlaginstrument aus Asien, das in der europäischen Kunstmusik, aber auch in Jazz und Rock als Effektinstrument verwendet wird.

Gong-Effektinstrument

Gong (Fotolia)

Ein Gong ist eine runde, aus Metall, meist Bronze, gefertigte Platte mit mehr oder weniger stark umgebogenem Rand. In der Mitte der Platte ist häufig ein Schlagbuckel eingearbeitet, der jedoch vor allem bei Instrumenten chinesischer Herkunft fehlt. Der Gong wird mit einem weichen Schlägel angeschlagen. Der Durchmesser des Instrumentes kann bis zu einem Meter, gelegentlich auch mehr betragen.

Der senkrecht aufgehängte Gong besitzt im Unterschied zur kleineren, meist waagerecht aufgehängten Form keine bestimmte Tonhöhe, doch gilt, dass der Ton umso tiefer ist, je größer der Durchmesser. Der sich nach einem einzelnen Schlag aufbauende Klang eines Gongs ist laut, anhaltend und von mächtiger Wirkung. Wird mit einem oder zwei Schlägeln ein Wirbel ausgeführt, kann diese Wirkung noch gesteigert werden.

In der Musik Javas werden Gongs verschiedener Größe – und damit verschiedener Tonhöhe – zu Spielen zusammengestellt, die in der Musik der Kultur eine wichtige Rolle übernehmen. Das Anschlagen der Gongs verdeutlicht die Form der Kompositionen, wobei lange Phrasen durch Schläge auf einen tief gestimmten Gong eingeleitet werden; je kürzer die Phrase ist, desto höher ist der Klang des zu Beginn der Phrase angeschlagenen Gongs. Auf Bali werden Gongs in den männlichen Gong »lanang« und den weiblichen »wadon« unterschieden; daneben gibt es noch die Einzelgongs »Kajar«, »Kelenang« und »Kempli«.

Da das englische Wort »gong« nicht nur den hier beschriebenen Gong, sondern jedes kompakte Schlaginstrument ohne eine eingestellte Tonhöhe bezeichnet, können sich Verwechslungen ergeben. In Europa wurde das aus Asien stammende Instrument im 16. Jahrhundert bekannt, seinen Weg ins Orchester fand es im 18. Jahrhundert. Seiner Herkunft entsprechend wird der Gong in der europäischen Kunstmusik meist als effektvolles Schlaginstrument für die Illustrierung entsprechend exotischer Szenen eingesetzt, so etwa von Camille Saint Saëns in »La princess jaune« (1872) und von Giacomo Puccini in »Madame Butterfly« (1904) und »Turandot« (1926).

Beispiele in der Rockmusik gibt es vereinzelt, so etwa programmatisch zu Beginn von »Magic Brother« der französischen Gruppe Gong (1970) und bei Emerson, Lake & Palmer in »Tarkus« (1971).

Ein Tamtam ist ebenfalls eine Form des Gongs, es fehlen allerdings der umgebogene Rand wie auch die Wölbung der Schlagfläche.