Hang

Hang, Idiophon (Aufschlagidiophon, Metallophon), ein der Steeldrum ähnelndes Musikinstrument, das mit den Händen gespielt wird; der Name ist Berner Deutsch und bedeutet so viel wie Hand.

Hang

Hang [Fotolia]

Die Schweizer Instrumentenbauer Felix Rohner und Sabine Schärer stellten das Instrument im Jahr 2001 erstmals öffentlich vor und fertigen es seitdem in ihrer 2003 gegründeten Firma PANArt Hangbau. Das Hang wird aus zwei Stahlblech-Kugelabschnitten gefertigt; die beiden entfernt an den asiatischen Kochtopf Wok erinnernden Kugelabschnitte werden zu einer linsenförmigen Gestalt miteinander verbunden. Das gesamte Instrument hat einen Durchmesser von etwa 53 Zentimetern und ist etwa 24 Zentimeter hoch. In die Oberfläche der oberen Schale sind in Kreisform sieben bis acht Vertiefungen, so genannte Tonfelder, eingeschlagen, in der Mitte eine kleine Kuppel, der so genannte Ding; letzterer erzeugt den tiefsten Ton des Hangs. Im Zentrum der unteren Schale des Instrumentes befindet sich ein Loch von etwa zehn Zentimetern Durchmesser, Gu genannt.

Die Klangfelder ihrerseits sind elliptisch und haben in der Mitte eine nach innen geschlagene Kuppel von geringem Durchmesser. Rohner und Schärer bauten zunächst diverse Hangs unterschiedlicher Grundstimmung und unterschiedlichen Tonumfangs; 2008 wurde das Instrument standardisiert und hat seitdem acht Tonfelder, mit denen Töne im Bereich von Ges3 bis F5 erzeugt werden können. Die Klangfelder sind aufeinander abgestimmt, so dass bei Anschlag eines Klangfeldes auch andere Bereiche des Hangs mitschwingen.

Zum Spiel legt der Instrumentalist den Hang auf den Schoß und schlägt die Klanggelder mit beiden Händen in einer schnellen, keineswegs kräftigen Bewegung an. Dabei kann er Finger, Handballen und Handflächen in unterschiedlicher Weise einsetzen. Der Klang des Instrumentes erinnert tatsächlich an den einer Steeldrum, ist aber leiser, modulationsfähiger und bei weitem nicht so perkussiv.

Das Hang wird häufig von Straßenmusikern eingesetzt, gehört aber beispielsweise auch zum obligaten Instrumentarium der britischen Jazz-Formation Portico Quartet. Im Laufe der Jahre erfuhr das Instrument diverse Veränderungen; die Entwicklung wurde einerseits mit einer Art Standard-Hang abgeschlossen, andererseits aber offen gehalten durch weitere modifizierte Instrumente.

Die Idee des Hangs wurde von diversen Instrumentenbauern aufgegriffen, allerdings nicht kopiert. So entstand mit dem Hank – einem aus Hang und Tank zusammengesetzten Kunstwort – ein ähnliches Instrument, bei dem in einen handelsüblichen (leeren) Behälter für Propangas, der eine stark abgerundete zylindrische Form aufweist, mehrere u-förmige Klangzungen unterschiedlicher Größe eingesägt werden. Diese Zungen werden mit Hilfe einer Feile aufeinander abgestimmt. Das Hank wird genau so gespielt wie ein Hang.