Kastagnetten

Kastagnetten, von spanisch castañeta für »kleine Kastanie«, Idiophon (Gegenschlagidiophon, Gefäßklapper), vor allem in spanischer und süditalienischer Tanzmusik verwendetes Rhythmusinstrument

Kastagnetten

Kastagnetten (Fotolia)

Das Instrument besteht aus zwei kleinen, schalenförmig ausgehöhlten Stücken Hartholz in runder oder schwach ovaler Form. Beide Schalen verfügen am Rand über einen kleinen Überstand, in den je ein Loch gebohrt ist. Durch diese Löcher wird eine Schnur gezogen, die die beiden Schalen so miteinander verbindet, dass die Hohlseiten der Schalen aufeinander zu liegen kommen. Die Schnurverbindung ist so lose, dass die beiden Schalen sich in Maßen frei bewegen können. Der Spieler steckt den Daumen oder den Mittelfinger durch die von der Schnur gebildete Schlaufe und schlägt mit den anderen Fingern derselben Hand die Schalen in einzelnen Schlägen oder aber in Wirbeln gegeneinander. Dabei bildet die Handfläche einen klangverstärkenden Hohlraum. Der Klang der Kastagnetten ist kurz, durchdringend und weckt die Assoziation von »Härte«. Oft wird von den Tänzerinnen oder Tänzern in jeder Hand eine Kastagnette gehalten, die Tänzer leisten also selbst einen instrumentalen Beitrag zu ihrem Tanz. Im 19. Jahrhundert, im Zuge des Verismo, fanden sie Einzug in die Kunstmusik, vornehmlich natürlich dann, wenn Bezug auf die Volksmusik genommen wurde. Da das Instrument in seiner ursprünglichen Form keineswegs einfach zu spielen ist, wird im Orchester meist die Stielkastagnette benutzt, bei der eine der Schalen mit einem Stiel versehen ist, den der Instrumentalist in die Hand nimmt, und das Instrument durch Schüttelbewegungen zum Klingen bringt.

Kastagnetten werden fast ausschließlich in Volksmusik und Kunstmusik verwendet und sind in Jazz, Rock oder Pop nicht anzutreffen.