Kinoorgel

Kinoorgel, Anfang des 20. Jahrhunderts von der Wurlitzer Company in North Tonawanda/USA zur Begleitung von Stummfilmen entwickelter und gebauter Theaterorgel-Typ; daher ist auch die Bezeichnung Wurlitzer-Orgel gebräuchlich.

Die zum Teil imposanten Instrumente verfügten im Falle der Kinoorgel nur über eine eher geringe Ausstattung mit Pfeifen, dafür aber über eine große Anzahl von Effektregistern, mit deren Hilfe vor allem Perkussionsinstrumente eingeschaltet werden konnten. Daher erinnerten die Kinoorgeln in gewisser Hinsicht an Orchestrions, mit deren Bau sich die Wurlitzer Company ebenso beschäftigte. Wurlitzer baute zwischen 1914 und etwa 1940 über 2200 Theater- und Kinoorgeln, von denen einige nach wie vor in Betrieb sind. Inzwischen konnten sich auch einige Firmen, darunter etwa Rodgers Instruments und die Allen Organ Company, mit digitalen Orgeln etablieren, bei denen Samples von authentischen Kinoorgeln zum Einsatz kommen. Für den Erhalt der alten Instrumente setzt sich in den USA die 1950 gegründete American Association of Theater Organ Enthusiasts ein, in Großbritannien The Cinema Organ Society.

In der Rock- und Popmusik spielen Kinoorgeln selbst zwar keine Rolle, doch wird gelegentlich die Klangwelt dieser Instrumente aufgegriffen, so etwa in dem Song »For the Benefit of Mr. Kite« von den Beatles (»Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band«, 1967)