Maultrommel

Maultrommel, auch Brummeisen, Mundharfe, englisch: Jew’s Harp, auch: Jawharp, französisch: guimbarde, Idiophon (Zupfidiophon, Lamellophon), nahezu weltweit verbreitetes Instrument verschiedener Bauart, aber stets ohne eigenen Resonanzkörper

Maultrommel

Maultrommel (Fotolia)

Die in Europa verbreitete Maultrommel besteht aus nur zwei aus Metall gefertigten Bauteilen: Der aus Eisen oder Messing bestehende Rahmen ist etwa hufeisen- oder kreisförmig, jedoch nicht geschlossen, sondern läuft in zwei gerade Enden aus. Zwischen den beiden Enden schwingt die Zunge aus Stahl, die gegenüber den Enden am Rahmen angeschweißt ist. Die Zunge ist rechtwinklig abgebogen. Zum Spiel wird die Maultrommel zwischen die Zähne genommen, so dass die Stahlzunge zwischen Rahmen und Zähnen durchschlagen kann. Der Spieler zupft mit den Fingern einer Hand an der aufgrund der Biegung nach vorn herausragenden Zunge, die dadurch in Schwingung gerät. Die Schwingung wird durch den von der Mundhöhle gebildeten Resonanzraum verstärkt und kann durch Modifikationen dieses Raumes – etwa durch Zungen- und Mundstellung – in Tonhöhe und Klang geformt werden; tatsächlich werden dabei unterschiedliche Teiltöne aus dem Obertonspektrum herausgefiltert. So können einfache Melodien gespielt werden.

Die Maultrommel ist vermutlich asiatischer Herkunft, wo sie in anderer Form häufig aus Holz oder Bambus gebaut ist. In Europa gibt es sie seit etwa dem 14. Jahrhundert. Hier gehörte sie über lange Zeit zur Volksmusik; lediglich im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert fanden auch einige Maultrommel-Virtuosen mit ihrer Kunst Anklang beim Publikum und Johann Georg Albrechtsberger (* 1736, † 1809) schrieb zwei Konzerte für das Instrument.

Diskografie

The Lovin’ Spoonful: Hums (1966)
Witthüser & Westrup: Der Jesuspilz (1971)
Beat Circus: Dreamland (2008)