Röhrenglocken

Röhrenglocken, englisch: tubular bells oder, dann eine kleinere Form meinend, chimes, italienisch: campane tubolari, französisch: cloches, tubes de cloches, Idiophon (Aufschlagidiophone, Schlaginstrument, Metallophon), Ersatzinstrumente, die den Klang von Glocken nachahmen.

Das Instrument besteht aus Röhren, Stäben oder Platten aus verchromten Messing oder Stahl, die in einem Rahmen frei an Schnüren hängen. Die Metallröhren werden dazu im Sinne einer Klaviatur geordnet. Die einzelne Röhre hat einen Durchmesser von maximal vier Zentimetern; die Länge kann bis zu drei Metern betragen. Der Tonumfang eines aus mehreren Röhren zusammengestellten Spiels ist nicht in einem Standard festgelegt, kann aber über zwei Oktaven betragen und beispielsweise von es bis f2 reichen; tiefere Töne werden meist mit Plattenglocken erzeugt. Die Röhren werden mit einem Schlägel aus Holz, Plastik oder Gummi am oberen Ende angeschlagen und können nach dem Ertönen mit Hilfe einer Pedalvorrichtung gedämpft werden.

Röhrenglockenspiele dieser Art werden seit Ende des 19. Jahrhunderts zusammengestellt und sind von Fall zu Fall auch im Orchester vertreten. Pierre Boulez setzte es in »Pli selon pli« (1957-1962) ein, Olivier Messiaen in »Sept haïkaï« (1962) ein. Häufig finden Röhrenglocken bei entsprechenden Themen – etwa zur Illustrierung von profanen und religiösen Festen – auch Verwendung in Filmmusik. Vereinzelt sind Röhrenglocken auch in Rock-Produktionen zu hören; in Mike Oldfields »Tubular Bells« (1973) ertönen sie auf der A-Seite der LP ganz zuletzt, quasi als krönender Schluss, nachdem über zehn andere Rockinstrumente in didaktischer Absicht vorgeführt worden waren.

Diskografie

Mike Oldfield: Tubular Bells (1973)