Schellenring

Schellenring, auch Schellenreif, Schellenkranz, oder Schellentrommel, Idiophon (Anschlagsidiophon, mittelbar), flacher, einer Trommelzarge ähnlicher Ring aus Holz, Metall oder Kunststoff, der als Träger mehrerer Schellenpaare dient, die bei Bewegung des Ringes aneinander schlagen. Im täglichen Sprachgebrauch wird ein mit einem einzelnen Fell bespannter Schellenring oft als Tamburin bezeichnet. Die mitunter für den Schellenring verwendete Bezeichnung Tambourin ist falsch, da die Tambourin eine Röhrentrommel mit zwei Fellen und Schnarrsaite ist.

Schellenring

Schellenring (Fotolia)

In den etwa fünf bis sieben Zentimeter hohen Ring von 20 bis 25 Zentimetern Durchmesser sind längliche Schlitze eingesägt, in denen Metallscheiben paarweise befestigt sind. Die Metallscheiben können frei schwingen. Der Schellenring, der vor allem in der Rock- und Popmusik verwendet wird und auch zum Perkussionsinstrumentarium der lateinamerikanischen Musik gehört, wurde in jüngerer Zeit in Gestalt und Ausführung leicht verändert, nicht zuletzt unter dem Einfluss seines Gebrauchs in der Popmusik. So wurde die runde Bauform zugunsten einer in etwa halbmondförmigen aufgegeben, dies, um ihn sicherer in der Hand halten zu können. Als Material für den Ring selbst wird neben Holz auch ein stabiler, oft farbiger Kunststoff verwendet. Mit Hilfe einer Befestigungsklammer kann ein Schellenring in ein Drum Set integriert werden.

Das Instrument wird zumeist geschüttelt oder aber rhythmisch abwechselnd geschüttelt und gegen die freie Hand geschlagen; im Rhythmus orientiert sich der Spieler dabei zumeist an der Achtelbewegung innerhalb des Vier-Viertel-Taktes. Der Klang des Schellenrings ist hell und selbst ohne Verstärkung äußerst durchsetzungsfähig. Die einfache Spielweise und der effektvolle, die Aufmerksamkeit auf sich ziehende Klang haben dem Instrument auch zu einem sicheren Platz in der Musikpädagogik und -therapie verholfen.

Der Schellenring stammt aus Asien. In Europa wurde er im Mittelalter von Spielleuten verwendet, kam aber aus Gebrauch und wurde erst im 17. Jahrhundert wieder bekannter. Über den Umweg seines Einsatzes in Militärkapellen fand der Schellenring – dann meist als Schellentrommel – Eingang in die Kunstmusik, in der er für »spanisch« konnotierte Musik eingesetzt wird. So ist das Instrument in Georges Bizets Oper »Carmen« (1875), Maurice Ravels »Rhapsodie espagnole« (1907) und Manuel de Fallas »Der Dreispitz« (1919) zu hören.