Steel Drum

Steel Drum, auch Steel Pan, zusammengesetzt aus steel für »Stahl« und drum für »Trommel«, Idiophon (Schlaginstrument, Metallophon), aus Abschnitten von Ölfässern hergestelltes, gestimmtes Musikinstrument; Heimat der Steel Drum ist Trinidad.

Steeldrum

Steeldrum (Fotolia)

Steel Drums werden in verschiedenen Tonlagen hergestellt und haben deshalb einen Korpus von unterschiedlicher Länge: Für hoch gestimmte Instrumente werden kurze Abschnitte eines Ölfasses, für tief gestimmte lange Abschnitte verwendet; in jüngerer Zeit kommen allerdings speziell für den Bau von Pans hergestellte Blechzylinder und Schlagbleche zum Einsatz. Die Pans bleiben unten offen. Für die Schlagfläche wird Stahlblech von etwa ein bis eineinhalb Millimeter Stärke verwendet. Durch Hämmern wird die Schlagfläche konkav eingedrückt und dann je nach gewünschter Tonlage des Instrumentes in drei bis 30 Schlagfelder, so genannte Membrane, eingeteilt: Diese Schlagfelder haben grundsätzlich eine etwa elliptische Form. Je kleiner die Schlagfläche, desto höher der Ton dieser Fläche. Auf die grobe Einteilung erfolgt die Feinstimmung, für die es zwar Hilfsmittel wie elektronische Stimmgeräte gibt, für die vor allem aber die Erfahrung des Stimmers von Bedeutung ist. Da bei Anschlag der Pan nicht nur die jeweilige Schlagfläche schwingt, sondern auch die gesamte Metallfläche der Pan, gibt es zahlreiche Rückwirkungen, die der Stimmer erkennen und ausgleichen muss. Die Schlagflächen werden mit Schlägeln angeschlagen, die aus einem relativ kurzen Holzstab bestehen, dessen Spitze einen Ring aus Gummi trägt. Werden in der Regle zwei Schlägel benutzt, gibt es auch Instrumentalisten, die das Spiel mit vier Schlägeln, also zwei in jeder Hand, beherrschen.

Steel Drums werden in sechs verschiedenen Größen, also Tonlagen gebaut: Tenor und Double Tenor sind die Sopraninstrumente, Double Second das Altinstrument, Double Guitar steht für den Tenor, Triple oder Four Cello und Quadrophonics für den Bariton und Bass für den tiefen Bereich. Für einige Stimmlagen gibt es weitere Varianten. Ursprünglich waren Steel Drums diatonische in einer Tonart gestimmt, es gab auch pentatonische Stimmungen, doch sind die Instrumente mittlerweile chromatisch gestimmt. Da die Pans nur ausnahmsweise allein gespielt werden, sondern immer im Ensemble, sind einer mit chromatischen Instrumenten ausgerüsteten Gruppe auch anspruchsvollere Kompositionen zugänglich. Der Klang der Steel Drum ist kurz und wie zu erwarten von metallischem Charakter; im piano erinnert er an den eines Klaviers, im Forte ist er laut und mitunter scheppernd. Entsprechend ihrer Herkunft wird mit dem Klang von Steel Drums stets Karibik, Sonnenschein, fröhliche Menschen und Unbeschwertheit verbunden. Der Klang selbst muss dabei noch nicht einmal von authentischen Steel Drums herrühren, da sich die Klänge des Instrumentes recht leicht mit Synthesizern nachahmen lassen.

Wann die ersten Steel Pans gebaut wurden, liegt ein wenig im Dunkel, vermutlich geschah dies in en 1920er-Jahren. Da es für das Instrument kein direktes Vorbild gibt, beruht seine Entwicklung auf einer langen Reihe von Experimenten, bis in den 1930er-Jahren sich die ersten Ensembles bildeten. Zu den Steel Bands können 30 und mehr Musiker gehören. Diese Bands spielen im Karneval eine bedeutende Rolle. Um in den dazugehörigen Umzügen marschieren zu können, versehen die Musiker die Steel Pans mit Tragegurten, die sie um den Hals legen; gewöhnlich stehen Steel Drums in besonderen Gestellen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Steelbands mit ihren Steel Drums auch in Europa bekannt.

Werke

Hans Werner Henze: El Cimarron (1969)

Literatur

Seeger, Peter: Steel Drums – How To Play Them And Make Them; New York 1964
Grant, Cy: Ring Of Steel – Pan Sound And Symbol; London 1999

Weblink

www.pantrinbago.co.tt (Website zu Steel Pans)