Tabla

Tabla, Membranophone (Schlaginstrumente), ein Paar kleiner gestimmter Kesselpauken, die zur Musik Nord-Indiens, Pakistans und Bangla Deschs gehören; mit der so genannten Weltmusik wurde das Instrument auch in der westlichen Welt bekannt und hier und da auch in der Popmusik und im Jazz verwendet.

Tabla (Fotolia)

Tabla [Fotolia]

Die eigentliche Tabla ist die kleinere der beiden Pauken, sie wird auch Dayan genannt. Die größere Pauke wird Bayan genannt, die beiden Pauken werden nur zusammen verwendet. Die Dayan besteht aus Holz und hat einen Durchmesser von 12 bis 15 Zentimetern. Das Schlagfell besteht aus drei dünnen Tierhäuten, von denen das untere und das obere kreisförmig ausgeschnitten sind. Das Fell wird von einer Lederschnur gehalten, die rund um das über den Rand des Gefäßes reichende Fell geschlungen ist. Um diese Schnur wiederum sind die ebenfalls aus Leder gefertigten Spannschnüre gezogen und am Paukenkörper befestigt. Um das Fell spannen und stimmen zu können, werden zwischen Spannschnur und Paukenkörper kräftige Rundholz-Abschnitte geklemmt; durch Versetzen der Klötze nach oben oder unten kann das Fell mehr oder weniger gespannt und dadurch gestimmt werden. Die Dayan wird auf das jeweils begleitete Instrument eingestimmt.

Die Bayan besteht aus Metall und hat einen Durchmesser von 20 bis 25 Zentimetern; sie steht links vom Instrumentalisten. Die Bespannung mit einem Fell ist weniger aufwändig als die der Dayan, dennoch kann auch diese Pauke gestimmt werden. Jede der beiden Pauken steht in einem auf dem Boden liegenden Ring; der Spieler sitzt im Schneidersitz vor den Trommeln.

Auffällig ist der auf dem Fell jeder Pauke aufgebrachte Fleck. Es handelt sich dabei um eine aus Eisenstaub, gemahlenem Reis und weiteren Zutaten gemischte Paste, die in bis zu 40 Schichten auf das Fell gestrichen wird. Dabei ist der Fleck der Dayan mittig aufgebracht, während der Fleck der Bayan etwas außerhalb des Zentrums sitzt. Sinn der Flecke, shyahi genannt, ist es, die Schwingung des Fells und damit das erzeugte Obertonspektrum zu beeinflussen.

Die Tabla wird mit den Händen gespielt, die Dayan mit der rechten, die Bayan mit der linken Hand. Dabei werden Fingerkuppen, ein oder zwei ausgestreckte Finger, Handfläche oder Handgelenk eingesetzt. Für das Spiel der Bayan wird eine kombinierte Technik verwendet: Dabei liegt das Handgelenk auf dem Fell, das mit den Fingerkuppen derselben Hand angeschlagen wird. Dabei ändert der wechselnde Druck des Handgelenks auf das Fell dessen Tonhöhe. Die beiden Pauken sind von einer unerschöpflichen Klangvielfalt, je nach dem, an welcher Stelle das Fell angeschlagen wird.

Grundsätzlich wird die Tabla – mit der auch das Tempo der Musik festgelegt wird – in auf den Talas beruhenden Rhythmen gespielt. Um die komplizierten Schlagfolgen im Gedächtnis zu behalten, wird eine auf einzelnen Silben beruhende Sprache benutzt.

Literatur

Gottlieb, Robert S.: The Major Traditions of North Indian Tabla Drumming; München und Salzburg 1977
Sudhir Kuma Saxena: The Art of Tabla. Essentials, Tradition and Creativity (2006)
Trilok Gurtu: Definitive-Twenty Years of Talking Tabla (2007)

Diskografie

Ravi Shankar: The Sounds of India (1968)
John McLaughlin/Shakti: Handful of Beauty (1977)

Weblink

http://www.chandrakantha.com/ (Website zur Musik Indiens)