Tom-Tom

Tom-Tom, abgekürzt auch nur Tom, Membranophon, (Schlaginstrument, zylindrische Röhrentrommel), in verschiedenen Größen hergestellte Trommeln, die obligat zu in Jazz und Rock verwendeten Drum Sets gehören. Der onomatopoetische Name weist ein wenig auf den Klang hin.

Tom-Tom

Tom-Tom als Bestandteil eines Drum Sets (Fotolia)

Die einfache Konstruktion der Trommel macht es nicht leicht, ihre Herkunft zu bestimmen, ob sie nun aus Afrika oder Asien stammt. In aller Regel wird die Trommel aus Sperrholz von sechs bis acht Millimeter gebaut, Tom-Toms aus Vollholz sind sehr selten. Wird Holz verwendet, so handelt es sich meist um Buche, Birke oder auch Mahagoni; Kessel aus Metall oder Kunststoffen sind selten. Der Röhrenabschnitt ist meist etwas länger als der Durchmesser, doch ist gerade die Länge der Trommel gewissen »Moden« unterworfen; so bevorzugten viele Schlagzeuger in den 1970er- und 1980er-Jahren Tom-Toms mit quasi »quadratischen« Abmessungen, so dass die Länge der Röhre auch annähernd ihrem Durchmesser entsprach. Der Durchmesser von Tom-Toms beträgt zwischen etwa 15 Zentimetern (6 Zoll) und etwa 45 Zentimetern (18 Zoll). Tom-Toms werden auf jeder Seite der offenen Röhren mit einem Fell versehen, wobei das Schlagfell meist etwas dicker ist als das Resonanzfell. Bestanden die Felle früher aus Kalbsfell, so kommen seit ihrer Verfügbarkeit nahezu ausschließlich Kunststofffelle zum Einsatz. Die Felle werden von Reifen auf dem Korpus gehalten, diese wiederum von Stimmschrauben, die ihren Halt in am Korpus befestigten Böckchen finden. Die Ränder des Kessels werden bei der Herstellung nach innen abgeschrägt, so dass die Auflagefläche des Felles möglichst klein ist; dies begünstigt das Schwingen von Fell und Kessel. Manche Schlagzeuger entfernen das Resonanzfell, so dass mit der Trommel ein deutlicherer Schlagton erzeugt werden kann. Werden nur wenige Tom-Toms eingesetzt – wie gelegentlich in der Kunstmusik –, so kann ein Tom-Tom auch gestimmt werden. Der Klang einer offenen Tom-Tom erinnert dann an den einer Pauke. Wird auf das Resonanzfell nicht verzichtet, so werden die Felle nur so weit gespannt, dass jede Tom-Tom einen Ton erzeugt, der sich von der benachbarten Größe unterscheidet, so das mit mehreren Trommeln ein in der Tonhöhe gestaffeltes Trommelensemble aufgebaut werden kann; je größer die Tom-Tom, desto tiefer der damit erzeugte Ton. Die Trommeln werden meist mit Stöcken, aber auch mit Filzschlägeln angeschlagen.

Je nach Größe werden Tom-Toms entweder hängend an einem auf der Bass Drum stehenden Halter, einem separaten Stativ oder in einem Rack befestig; große Tom-Toms stehen auf meist drei eigenen Beinen auf dem Boden (Floor-Tom). Eine besondere Bauform stellen die Roto-Toms dar.

Die Zahl der von einem Schlagzeuger in sein Set integrierten Tom-Toms unterliegt keiner festen Regel. Manche Schlagzeuger begnügen sich mit einem Hänge- und einer Floor-Tom, andere setzen ein Dutzend und mehr Toms verschiedener Größe. Als Standard kann etwa das Drum Set von Ringo Starr in den späten 1960er-Jahren gelten, zu dem zwei Hänge-Toms und ein Floor-Tom gehörten.

Tom-Toms werden vor allem in Jazz, Rock und den verwandten Musikstilen verwendet und sind neben Bass Drum und Snare Drum die wichtigsten Membranophone in einem Drum Set. Anders als Bass Drum und Snare Drum dienen sie weniger der Markierung des Beats als vielmehr der Verdeutlichung der Form, in dem sie für Akzente und Fill-Ins eingesetzt werden.