piano

piano, italienisch für »leise, sanft«, abgekürzt p, Spielanweisung (Vortragsbezeichnung), ab Angabe die Lautstärke zu verringern; die gegenteilige Spielanweisung ist forte, abgekürzt f. Die Anweisung wird mit einem kleinen Buchstaben in der Partitur eingetragen und gilt von diesem Punkt an, bis sie durch eine neue Vortragsbezeichnung aufgehoben wird.

Die Spielanweisung kann weiter differenziert werden. Gebräuchlich sind pp pianissimo für sehr leise, und ppp für pianopianissimo, auch più pianissimo, für äußerst leise. Vereinzelt sind auch Angaben wie pppp und ppppp zu finden, die ein weitere Absenkung der Lautstärke anweisen, wie auch für die Präzisierung zusätzlich Angaben wie molto, poco, possibile anzutreffen sind. Selten wird mp, Abkürzung für »halbleise«, gefordert.

Die Lautstärkeangaben sind dabei relativ zu verstehen und hängen neben dem Instrument, für das sie vorgeschrieben werden, auch von der Umgebung ab, nicht zuletzt von dem jeweiligen Interpreten, was er unter »leise« versteht. In Rechnung gestellt werden muss auch, dass im Konzertsaal eine größere Bandbreite der Dynamik möglich ist als etwa für Tonaufnahmen, deren Dynamikumfang technisch bedingt stets kleiner ist.

Die Spielanweisung wurde gegen Ende des 16. Jahrhunderts üblich, wenn auch die Gestaltung der Dynamik zu dieser Zeit weniger vom einzelnen Instrument erwartet wurde als vielmehr von der Gruppe der Instrumentalisten: Um größere Lautstärken zu erreichen, wurden die Instrumentalgruppen jeweils verstärkt oder reduziert. Der auf diese Weise erreichten Terassendynamik entsprachen die später in zunehmendem Maße geforderten Abstufungen der Lautstärke noch nicht.

Die Bezeichnung des Hammerflügels mit Pianoforte deutet im Übrigen darauf hin, dass es mit diesem Instrument möglich ist, die Lautstärke kontinuierlich, also stufenlos, zu verringern oder zu vergrößern.