staccato

staccato, von italienisch staccato für »abgetrennt, abgestoßen«, Spieltechnik, der eine im Notenbild kenntlich gemachte Spielanweisung vorausgeht; dabei werden Noten gleichgültig welcher Länge grundsätzlich als sehr kurz auszuführen gekennzeichnet. Das Zeichen im Notenbild ist ein Punkt über oder unter der jeweiligen Note.

Die Spieltechnik ist grundsätzlich nur mit Instrumenten ausführbar, die überhaupt die Alternative zwischen kurzer und langer Tondauer bieten, das sind Blasinstrumente, Streichinstrumente und die meisten Tasteninstrumente. Bei Instrumenten, die ohnehin nur sehr kurze Töne erzeugen können – dazu gehören etwa die meisten Schlaginstrumente – ist die Spielanweisung überflüssig, die Ausführung sogar unmöglich.
Angeben wird die Spielanweisung durch Punkte oberhalb der jeweiligen Noten – dann zeigt der Notenhals nach unten – oder unterhalb der Note – dann zeigt der Notenhals nach oben. Der mit staccato bezeichnete Ton ist so kurz wie möglich zu spielen, was etwa beim Klavier auf ein zwar kurzes, aber nachdrückliches Anstoßen der jeweiligen Taste erreicht wird. Die Notendauer bleibt dabei dennoch erhalten: Der Ton klingt zwar nur kurz, der Notenwert aber gilt für die angegebene Dauer – es ist also auch möglich, beispielsweise in einem »adagio« überschriebenen Stück eine ganze Note staccato zu spielen.
Über staccato hinausgehende Spielanweisung wie beispielsweise »staccatissimo« gibt es zwar, doch fallen derartige Anweisungen in das Gebiet der diffusen Interpretation: Der Instrumentalist kennt möglicherweise den Unterschied für sein spezifisches Spiel, dem Hörer kann der Unterschied aber allemal verschlossen bleiben.
Das Gegenteil von staccato ist legato.