Fill in

Fill in, kurzer, meist improvisierter Einwurf in den angesonsten geordneten Ablauf eines Jazz- oder Rock-Stückes, etwa zwischen zwei Phrasen oder auch am Ende eines Solos, oft aber obligat am Ende jedes zweiten oder vierten Taktes.

Fill in bezeichnet eine rhythmische Figur, die der Schlagzeuger zur Verdeutlichung einer Form in den Ablauf der von ihm getrommelten Patterns einfügt. Da die Form in der Rockmusik zumeist in symmetrischen viertaktigen Abschnitten verläuft, sind Fill ins in der Regel in der zweiten Hälfte des jeweils vierten Taktes zu hören: Der Schlagzeuger wechselt dann von Bass Drum, Snare Drum und Hi-Hat auf die Tom-Toms und Becken, oder aber er verändert das Pattern durch zusätzliche Akzente auf der Snare Drum. Unauffälligere Fill ins kann man zumeist schon gegen Ende des jeweils zweiten Taktes hören. Am Spiel von Ringo Starr kann der Einsatz von verschiedenen Fill ins sehr genau beobachtet werden. Starr, ein Meister des Fill ins, spielte seine Fills intuitiv. Bis etwa Mitte der 1960er-Jahre hatten Fill ins in der Rockmusik eine untergeordnete Bedeutung; viele Rock-Schlagzeuger spielten stets dieselben Fills. Erst Ringo Starr stellte in seinem Spiel etwa auf »Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band« (1967) Fills als Gestaltungsmittel in den Vordergrund.

Auf der CD »Strange Place Called Home« (2007) kündigt der Singer/Songwriter Martin Gallop in »All the Pop Songs in the World« zweimal explizit einen Fill in an. An der Konstruktion von Fill ins, an der Klanggestaltung und der rhythmischen Phantasie kann man das musikalische Können eines Schlagzeugers einschätzen.

Diskografie

The Beatles: Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band (1967)
The Beatles: Abbey Road (1969)
Emerson, Lake & Palmer: Lucky Man (Single; 1971)
Martin Gallop: Strange Place Called Home (2007)

Literatur

Petereit, Dieter/Quick, Herb: Solid Grooves; Bonn 1986