Fingerpicking

Fingerpicking, von schwarzen Musikern ab 1900 entwickelte Technik des Gitarrespiels, in Teilen vom Banjo übertragen.

Als Imitat des Ragtime-Klavierspiels zerlegt der Gitarrist dabei die Akkorde in Bass- und Diskanttöne. Er zupft dazu mit dem Daumen jeweils eine Basssaite, danach mit den anderen Fingern einen geschlossenen oder gebrochenen Akkord. Diese Grundform des Spiels kann mit diversen Spieltechniken verändert und erweitert werden. Es war dann auch die Wandlungsfähigkeit, die dem Gitarrespiel durch das Fingerpicking möglich war, die der Technik zu schneller Verbreitung verhalf. Bereits in den 1920er-Jahren wurde Fingerpicking von Folk– und Country-Musikern übernommen, dann auch von Jazzgitarristen. Über diesen Weg fand die Technik Eingang in die Rockmusik.

Für das Fingerpicking werden mit Stahlsaiten versehene akustische Gitarren verwendet; nicht wenige Gitarristen haben die Technik aber auch auf die elektrische Gitarre übertragen. Manche Spieler verwenden für das Fingerpicking besondere Plektren aus Plastik oder Metall, so genannte Fingerpicks, die auf Daumen und Finger aufgesteckt werden. Für die eigentliche Technik sind Fingerpicks aber nicht zwingend erforderlich.