Poppin’

Poppin’, von englisch to pop für »knallen«, auch Popping oder Bass-Poppin’, auch nur Pop, Spieltechnik bei der elektrischen Bassgitarre; die Spieltechnik, die meist im Zusammenhang mit Slappin‘ ausgeführt wird, erfordert einen mit Bünden versehenen Bass.

Zur Ausführung der Technik greift der Bassist mit dem Zeige- oder auch dem Mittelfinger unter die – bei viersaitigen Bässen – D- oder G-Saite, zieht sie vom Griffbrett weg und lässt sie im rhythmisch korrekten Moment los. Aufgrund des Saitenzugs schnellt die Saite zurück und schlägt – »knallt« – mehr oder weniger heftig gegen die Bundstäbe. Das Resultat ist ein sehr lauter und obertonreicher Klang, der sich im Klanggefüge einer Rock- oder Jazzformation stets durchsetzt. Bass-Poppin’ wird selten ausschließlich eingesetzt, sondern meistens im Zusammenhang mit Slap. Dabei wird der Ton des Slap häufig eine Quinte oder eine Oktave über den des Poppin‘ gelegt. Der Popp-Ton wiederum tritt meist auf dem Beat, oft auf den Taktschwerpunkten auf.

Beliebt war die kombinierte Spieltechnik in den späten 1970er- und den 1980er-Jahren bei Bassisten von Funk-Bands wie Sly & the Familiy Stone, Level 42 oder Funkapolitan. Seit den 1990er-Jahren geriet die Technik, die von dem Bassisten Larry Graham entwickelt worden sein soll, etwas in den Hintergrund, gehört aber nach wie vor zum Repertoire vieler Bassisten.

Diskografie

Level 42: The Pursuit of Accidents (1982)
Slickaphonics: Wow Bag (1986)
Red Hot Chili Peppers: Mother’s Milk (1989)
Marcus Miller: Free (2007)

Literatur

Lindmaier, Robert: Basstechniken – Was du noch über’s Bass-Spiel wissen willst…; Bonn 1984
Lehmann, Lars: Slap-Attack – Das Standardwerk zum Erlernen der Slaptechnik auf dem E-Bass