Schlagbass

Schlagbass, Spieltechnik des Kontrabasses; Schlagbass ist die Bezeichnung für eine Spieltechnik und meint nicht ein eigenständiges Instrument. Die Technik selbst kann nicht nur auf den Kontrabass angewendet werden, sondern prinzipiell auf jedes Saiteninstrument.

Bei der Spieltechnik wird die Saite immer mit der Hand gegriffen. Die Saite wird vom Griffbrett weg gezogen und dann losgelassen. Sie schnellt gegen das Griffbrett, schlägt auf dieses auf, lässt ein kurzes, perkussives, sehr lautes Anschlaggeräusch hören und dann erst den eigentlich gegriffenen Ton. Es ist Sache des Spielers, diesen Ton zu dämpfen, was mitunter sehr schnell erfolgt.

Das Schlagbassspiel kam im archaischen Jazz auf, als der Kontrabass an die Stelle der Tuba trat. Da das Streichinstrument auch im pizzicato eigentlich zu leise war, um gegen die Blech- und Holzblasinstrumente, erst recht gegen das Schlagzeug, anzukommen, entwickelten die Bassisten die Schlagbasstechnik – die möglicherweise in der Volksmusik längst bekannt war. Darauf deutet auch hin, dass der ungarische Komponist Béla Bartók diese Technik in einigen seiner Kompositionen vorschrieb. Das Zeichen dafür ist ein Kreis mit einem kleinen vertikalen Strich im Scheitel über der Note.

Da im Rockabilly und im frühen Rock ’n’ Roll zwar schon die elektrische Gitarre verfügbar war, es aber noch keine elektrische Bassgitarre gab, war die Schlagbass-Technik die einzige Möglichkeit für Bassisten, sich gegenüber der Gitarre und dem Gesang überhaupt durchzusetzen. Die elektrische Bassgitarre löste den Kontrabass ab, so dass der Schlagbass-Klang – sieht man einmal von Nostalgie-Bands ab – verschwand. Die Technik allerdings lebte im Slap wieder auf. Dabei lässt der Bassist die Saiten seiner elektrischen Bassgitarre gegen die Bünde des Griffbrettes schlagen. Der Reiz des resultierenden Klanges ist kaum zu überbieten und gab neben anderen Techniken der Bassgitarre die Möglichkeit solistischer Befreiung.