Stopfen

Stopfen, Spieltechnik beim Horn, bei der die rechte Hand in den Schalltrichter eingeführt wird und die Öffnung ganz oder teilweise verschließt.

Die Technik wurde Mitte des 18. Jahrhunderts von dem böhmischen Hornisten Anton Joseph Hampel für das damals gebräuchliche Naturhorn entwickelt und verbreitet sich schnell. Wird die Öffnung des Instrumentes nur teilweise verschlossen – das so genannte »Halbstopfen« –, so senkt sich dadurch die Stimmung des Instrumentes um bis zu einer Terz, macht also das Spiel weiterer Töne möglich. Allerdings wird durch das Stopfen auch der Klang des Instrumentes verändert. Wird die Öffnung nahezu vollständig verschlossen – »Vollstopfen« genannt –, so wir damit die schwingende Luftsäule verkürzt und damit die Stimmung des Instrumentes um etwa eine Halbton erhöht; eine Rolle spielt dabei natürlich, wie weit die Hand in die Röhre gesteckt wird.

Bei völliger Beherrschung der Technik des Stopfens konnte der Instrumentalist wenigstens im oberen Bereich des Tonumfangs alle Töne erreichen, also auch chromatisch spielen. Hinderlich war lediglich die durch das Stopfen hervorgerufene Klangveränderung, die jedoch im Laufe des 19. Jahrhunderts von Komponisten auch als besonderer Effekt genutzt wurde.

Die Erfindung des Drehventils machte zwar das Stopfen zur Veränderung der Stimmung überflüssig, doch konnte das Ventilhorn das Naturhorn zunächst nicht vollständig aus dm Orchester verdrängen und auch später blieb die Spieltechnik in Gebrauch, dann aber nur, um den besonderen Klangeffekt erreichen zu können. Die damit einhergehende Veränderung der Tonhöhe wurde durch den Einbau eines Kompensationsventils, des so genannten Stopfventils, ausgeglichen.

Zur Anzeige in Partituren, welche Töne mit gestopftem Instrument gespielt werden sollen, steht über den jeweiligen Noten ein Pluszeichen oder aber es gilt die schriftliche Anweisung »gestopft«, »cuivré«, »bouché« oder »stopped«.