Beat Circus

Beat Circus, amerikanische Musikgruppe, 2002 von Brian Carpenter in Boston (Massachusetts) gegründet

Bandbiografie

Carpenter, der mehrere Instrumente spielt und auch die Songs für die Band schreibt, hatte 2001 in Cambridge (Massachusetts) mit dem Banjo-Spieler Brandon Seabrook das Duo Beat Science gegründet, dem sich bald der Saxofonist Jim Hobbs, der Akkordeon-Spieler Alec K. Redfearn, der Tubist Ron Caswell, der Schlagzeuger Jerome Deupree und Leigh Calabrese, der Singende Säge spielte, anschlossen. Beat Science war allerdings weniger eine feste Band als eine lose Vereinigung von Musikern mit dem gleichen Interesse an experimenteller Musik, Improvisation und traditioneller amerikanischer Musik von jedwedem sozialen Ursprung.

2003 nahm die Gruppe – nunmehr in Beat Circus umbenannt – die erste CD auf, die 2004 veröffentlicht wurde. »Ringleaders Revolt« enthielt quasi das musikalische Manifest der Gruppe, Variete- und Zirkusmusik als realen Ausgangspunkt für die eigene Musik zu nutzen. Zu dieser Zeit arbeitete Carpenter bereits an einem ausgedehnten Werk, aus dem das 2008 veröffentlichte Konzeptalbum »Dreamland« entstand. Im Mittelpunkt des Werkes stand der Vergnügungspark Coney Island, der 1911 abbrannte. In einer Folge von Instrumentalstücken und Songs versuchte Carpenter mittels Musik, wie sie dort um das Jahr 1900 erklungen haben mochte, die Atmosphäre des Vergnügungsparks wieder auferstehen zu lassen. Zu diesem Zweck war die Band erweitert worden und bestand nunmehr aus Käthe Hostetter (Violine, Viola), Julia Kent (Violoncello) – sie gehört auch zu der Gruppe Antony and the Johnsons –, Redfearn (Akkordeon, Maultrommel), Caswell (Tuba), Curtis Hasselberg (Posaune), Seabrook (Banjo, Mandoline, Slide Guitar), Briggan Krauss (Altsaxofon, Baritonsaxofon) und Matt McLaren (Schlagzeug). Die bei Cuneiform Records veröffenlichte CD war von Martin Bisi produziert worden, der seit Ende der 1970er-Jahre eine Vielzahl von für die Rock- und Jazz-Historie bedeutenden LPs produziert hat (u.a. Material, Herbie Hancock, Sonic Youth, The Dresden Dolls). »Dreamland« sollte nach Carpenters Willen den Auftakt zu einer Trilogie von Schallplattenwerken bilden, die er »Weird American Gothic Trilogy« nannte.

Den zweiten Teil der Trilogie begann Carpenter 2006 zu schreiben, formierte 2007 die Band um und begann 2008 mit den Aufnahmen. Das Resultat, das Album »Boy from Black Mountain«, wurde 2009 veröffentlicht.

Carpenters Musik – und nichts anderes enthalten die CDs von Beat Circus – haben unmittelbar nichts mit Rock, Jazz oder amerikanischer Volksmusik und deren kommerziellen Ausprägungen zu tun, und leben doch mittelbar davon. Es ist Musik über Musik, die aus den Versatzstücken der überkommenen Musik – wobei jedwede Musik als Material herangezogen wird – etwas Neues konstruiert. In der Konstruktion selbst lassen sich Vorbilder erkennen, etwa die Musik Frank Zappas oder John Zorns –, doch steht bei Carpenter nicht so sehr der musikalische Schock im Vordergrund als vielmehr der Wille, mit dem Mittel der Musik Geschichten zu erzählen und Geschichte plastisch werden zu lassen. Ein derartiges Vorhaben stellt natürlich außerordentliche Anforderungen an die Musiker, dem die verschiedenen Inkarnationen der Band durchweg gerecht werden.

Diskografie

Ringleaders Revolt (2004)
Dreamland (2008)
Boy from Black Mountain (2009)

Weblink

www.beatcircus.net (Offizielle Website der amerikanischen Musikerformation Beat Circus)