Brad Mehldau

Mehldau, Brad, amerikanischer Jazzpianist, * Jacksonville (Florida) 23. 8. 1970; wuchs in New York, New Hampshire und Georgia auf, bevor sich seine Eltern in West Hartford (Connecticut) niederließen.

Biografie

Brad Mehldau erhielt seit seinem sechsten Lebensjahr Klavierunterricht. Im Alter von zwölf Jahren entdeckte er mit der Musik von J. Coltrane und vor allem K. Jarrett den Jazz für sich. Nach der High School, an der er in der Jazz-Gruppe der Schule spielte, nahm er an der New School in New York ein Studium mit dem Schwerpunkt Jazz-Piano auf und wurde von Fred Hersch, Junior Mance und Kenny Werner unterrichtet. Bis er 1994 sein eigenes Trio gründete, arbeitete er mit Jackie McLean, Jimmy Cobb und vor allem Joshua Redman zusammen.
Zu Mehldaus Trio gehören der Bassist Larry Grenadier und der Schlagzeuger Jeff Ballard, der 2005 den vorherigen Drummer Jorge Rossy ablöste. Daneben spielte Mehldau unter anderem mit Peter Bernstein, Mark Turner, Charlie Haden, Charles Lloyd und Kurt Rosenwinkel zusammen. Mit dem Trio veröffentlichte Mehldau in der CD-Reihe »The art of the trio« Konzert- und Studioaufnahmen, mit denen er Maßstäbe hinsichtlich Kompositionsauswahl und Interpretation setzte und die als als sein bisheriges Hauptwerk gelten.
2006 legte Mehldau eine Platte vor, die Duoaufnahmen mit dem Gitarristen Pat Metheny enthielt. Offensichtlich war diese Zusammenarbeit derart glücklich verlaufen, dass das Brad Mehldau Trio um den Gitarristen zum Metheny Mehldau Quartet wuchs. Gemeinsam spielten die Musiker eine CD ein, die sie 2007 unter dem Titel »Metheny Mehldau Quartet« veröffentlichten und anschließend auf Tournee gingen.
Einen wesentlichen Anteil an Mehldaus Veröffentlichungen bilden Soloaufnahmen. Als Komponist verantwortete er auch einige Soundtracks, so etwa den zu S. Kubricks »Eyes Wide Shut« (1999). Mit dem von ihm komponierten Liederzyklus »Love Sublime«, den er 2006 mit der Sopranistin Renée Fleming aufnahm, verließ er den Bereich des Jazz.
Obwohl Mehldau selbst Vergleichen mit Bill Evans und dessen Trio (mit Scott LaFaro und Paul Motian) eher ablehnend gegenübersteht, kommt ihm in der jüngeren Jazz-Geschichte eine ähnlich herausragende Stellung zu, gilt er doch als Erneuerer des Klaviertrios. Seine CD-Reihe »The Art of The Trio« bildet in ihrem kaleidoskopischen Eklektizismus einen Widerpart zu der »Standards«-Reihe des Trios, das K. Jarrett mit Gary Peacock und J. DeJohnette bilden. Die Musik Jarrets sieht Mehldau als Inspiration, weniger als direkten Einfluss. Dennoch sind die Vergleiche nicht abwegig, verfügt Mehldau wie Evans und Jarrett auch über das Fundament einer traditionell ausgerichteten Klavierausbildung. Der Unterricht zwischen seinem 6. und 17. Lebenjahr spiegelt sich vor allem in einer auch rhythmisch ausgeklügelten, mitunter kontrapunktischen Polyphonie wider. Zu seinen häufigen Rückgriffen auf Rock- und Popmusik zählen Kompositionen der britischen Band Radiohead ebenso wie des britischen Folk-Sängers Nick Drake; seine Interpretationen von Songs der Beatles, beispielsweise »Blackbird« (»The art of the trio volume one«; 1997) und »Martha my dear« (»Day is Done«; 2006), zeigen Mehldau als kenntnisreichen, mitunter zurückhaltend ironischen Bearbeiter altbekannter Melodien, denen er überraschende Aspekte abgewinnt. Das instrumentale Vermögen wie der kompositorische Anspruch des Pianisten sorgen neben der erheblichen Vielzahl von Veröffentlichungen auch für eine ungewöhnliche Vielfalt.

 

Diskografie

Introducing Brad Mehldau (1995)
The art of the trio (1996)
The art of the trio II live at the Village Vanguard (1997)
The art of the trio III songs (1998)
Elegiac cycle (1999)
The art of the trio IV back at theVanguard (1999)
Places (2000)
The art of the trio V progression (2001)
Largo (2002)
Anything goes (2004)
Live in Tokyo Solo Piano (2004)
Day is done (2005)
House on hill (2006)
Love sublime (2006)

Mit Pat Metheny

Metheny Mehldau (2006)

Metheny Mehldau Quartet

Metheny Mehldau Quartet (2007)

 

Soundtracks

Midnight in the Garden of Good and Evil (1997)
Eyes wide shut (1999)
Space Cowboys (2000)
Million Dollar Hotel (2000)
Ma Femme est une Actrice (2001)

 

Weblinks

http://www.bradmehldau.com (Offizielle Website des Jazzpianisten Brad Mehldau)