Didier Malherbe

Malherbe, Didier, französischer Jazz- und Rockmusiker (Querflöte, Saxophone, Keyboards, Komposition), * Paris 22.1. 1943

Didier Malherbe wurde im Alter von 14 Jahren auf die Musik von Charlie Parker aufmerksam und entschloss sich, Altsaxophon. Er nahm traditionellen Unterricht bei dem französischen Saxophonisten Jacques Desloges, und begann bald, in dem Jazz-Lokal Chat qui Pêche aufzutreten, dann allerdings mit dem Tenorsaxophon. Ab 1962 hielt er sich für längere Zeit auf dem indischen Subkontinent auf, um die indischen Kultur kennen zu lernen; er setzte sich einerseits mit der Sprache Sanskrit, andererseits mit der Musik des Landes auseinander. Nach Paris zurückgekehrt, nahm er ein Instrumentalstudium mit dem Hauptfach Flöte bei René Leroy auf, studierte daneben an der Sorbonne alte Sprachen.
In der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre lernte er einige Adepten der Beat-Generation kennen, darunter 1967 in Deià auf Mallorca Daevid Allen. Mittlerweile genoss Malherbe schon einige Reputation als Musiker und hatte mit einer Theatergruppe an der Inszenierung einer Rock-Oper mit dem Titel »Les Idoles« mitgewirkt, danach an einer Verfilmung der Oper.
Allen begegnete Malherbe 1968 in Paris wieder und wurde 1969 Mitglied von dessen Band Gong. Er gab sich den Namen Bloomdido Bad de Grass, nahm an allen Aktivitäten der Gruppe teil und blieb bis 1977, kehrte später aber immer wieder in die Band zurück. 1976 hatte er mit Steve Hillage, Pierre Moerlen und Mike Howlett das Album »Shamal« eingespielt, dass – wenn auch ohne Allen zustande gekommen – als Album der Gruppe Gong gilt, aber schon stark von Pierre Moerlen geprägt wurde. »Gazeuse!«, ein Jahr später produziert, war dann das erste offizielle Album von Pierre Moelen’s Gong und zeigt die Hinwendung der Band zum Jazzrock.
Unter dem Namen Bloom gründete Malerhbe 1978 seine erste eigene Band, in der im Laufe der Jahre ihres Bestehens Musiker wie der Pianist Mico Nissim, der Gitarrist Yan Vagh, der Keyboard-Spieler Jean-Philippe Rykiel, später der Schlagzeuger Jean Padovani, der Gitarrist Winston Berkeley und der Bassist und Sänger Peter Kimberley gehörten. Malherbe nahm 1985 mit seiner Band Bloom und dem Pianisten Faton Cahen eine Alum auf, das den Titel »Faton Bloom« erhielt; danach benannte die beiden Musiker die Band in Faton Bloom um. Faton Bloom, eigentlich ein Zusammenschluss einiger Musiker von Gong und Magma zu einer Jazzrock-Gruppe, bestand bis 1989.
1989 lernte Malherbe den Wind Controller WX7 der japanischen Firma Yamaha kennen und setzte sich intensiv mit diesem Instrument – das wie ein Saxophon oder eine Flöte gespielt wird, aber via MIDI der Ansteuerung eines Synthesizers, der die Töne erzeugt, dient – auseinander. Er erprobte die Möglichkeiten des Instrumentes unter anderem in dem mit dem Perkussionisten Youval Micenmacher gegründeten Duo Ichthyornis. Aber auch große Besetzungen zogen ihn an: 1990 veröffentlichte er das Album »Fetish«, das er mit 14 weiteren Musikern eingespielt hatte. Abgesehen von diesen Aktivitäten wurden die Jahre zu Beginn der 1990er-Jahre von einer Reanimation von Gong; Malherbe tourte mit der Band durch halb Europa. Seine Aktivitäten verteilte der Saxophonist bis 1996 auf Gong wie auf die Aufnahme einiger weniger Alben, veröffentlichte etwa 1994 »Fluvius«, ein Konzeptalbum über den Zyklus des Wasser von der Quelle bis zur Regenwolke.
Eine Band anderer Art gründete Malherbe 1996 mit Hadouk, mit der er sich vom doch recht technisch bestimmten Jazzrock hin zu einer von anderen Musikkulturen bestimmter Musik zuwandte. Hadouk war zunächst ein Duo, das aus dem Hajouj-Virtuosen Loy Ehrlich und Malherbe bestand; Ehrlich spielte die marokkanische Basslaute Hajouj, Malherbe vor allem diverse Blasinstrumente von der einfachen Okarina über aus Bambus gefertigte Klarinetten bis hin zu Saxophonen. Das Duo wurde später durch den Perkussionisten Steve Shehan zum Trio aufgestockt, dieser später dann durch Jean-Luc Di Fraya ersetzt und um den Gitarristen und Banjo-Spieler Eric Löhrer zum Quartett aufgestockt.
Wenn auch Hadouk seitdem das Hauptinteresse Malherbes galt, so war er dennoch stets bereit, in anderem Rahmen Saxophon zu spielen, seltener inzwischen mit den verschiedenen Inkarnationen von Gong, häufig aber in dem mit Löhrer neu gegründeten Duo. Bei Gong nahm in jüngster Zeit zunehmend der britische Saxophonist Theo Travis seinen Platz ein.


Diskografie

Bloom (1980)
Danskorla (1981)
Faton Bloom (1987)
Saxo Folies (1987; mit Armand Frydman)
Fetish (1990)
Zeff (1992)
Fluvius (1994)
Hadouk (1996)
Live Au New Morning (1997)
Desert Lands (1998)
Shamanimal (1999)
Now (2002)
Windprints/L’Empreinte Du Vent (2003)
Live à Fip (2004)
Utopies (2006)
Baldamore (2007)
Carnets D’Asie et d’Ailleurs (2008)
Air Hadouk (2010)
Khaen, Sax & Co … Down the Mekong (2011)
Nuit D’Ombrelle (2011)
Hadoukly Yours (2013)


Weitere Schallplatten und CDs mit Gong


Weblink

http://didiermalherbe.com (Offizielle Website des französischen Saxophonisten Didier Malherbe)