Dreams

Dreams, US-amerikanische Rockband, um 1969 von dem Sänger und Bassisten Doug Lubahn und dem Sänger, Gitarristen und Keyboard-Spieler Jeff Kent gegründet.

Kent und Lubahn, beide nicht unerfahren im Musikgeschäft, hatten zunächst ein Trio im Zwischenbereich von Pop und Jazz geplant, doch vergrößerte sich die Band innerhalb des Jahres 1969 zu einem Ensemble mit insgesamt sieben ständigen Musikern: Nach dem Sänger Edward Vernon kamen der Schlagzeuger Billy Cobham Jr., der Trompeter Randy Brecker, dessen Bruder, der Saxophonist und Flötist Michael Brecker, sodann der Posaunist Barry Rogers und für kurze Zeit auch der Gitarrist John Abercrombie zu Dreams.
Die erste LP der an die zu dieser Zeit äußerst erfolgreichen Bands Chicago und Blood Sweat & Tears sich orientierenden Formation wurde 1970 von CBS veröffentlicht. Das Album enthielt fast ausschließlich Kompositionen von Kent und Lubahn. Darunter auch die die gesamte zweite Seite der Platte einnehmende »Dream Suite«, eine Zusammenstellung größerer und kleinerer Bruchstücke von Kompositionen, die mittels Instrumentalimprovisationen erst das Gesamtbild einer Suite ergaben – ganz wie es der zur gleichen Zeit immens populäre Progressive Rock als Ausdrucksform von Rockbands etabliert hatte. Natürlich ähnelte die »Dream Suite« auch der Suite »Ballet For A Girl In Buchannon« von Chicago. Während in der Suite etwa die Brecker Brothers wie auch Rogers Raum für mehr oder weniger ausgedehnte Improvisationen fanden – die Arrangements hatten vor allem Randy und Michael Brecker geschrieben –, waren die übrigen Kompositionen des Albums routiniert verfasste Pop-Songs, zu denen die Bläser das Kolorit beisteuerten.
Obwohl die Band mit ihrer Platte nicht die Verkaufszahlen beispielsweise von Chicago und BS&T erreichte, gab CBS den Musikern noch einmal eine Chance und ließ die Musiker unter der Aufsicht von keinem Geringeren als Steve Cropper eine zweite LP aufnehmen. Cropper mochte sich nicht auf die Fähigkeiten von Lubahn und Kent allein verlassen, und so finden sich auf »Imagine My Surprise« (1971) auch Kompositionen anderer Urheber, etwa von Lou Rogers, Carole King und Gerry Goffin, Jerry Friedman und nicht zuletzt Randy Brecker. Am Gesamtklang der Gruppe änderte dies wenig, und auch neue Musiker wie der Gitarrist Bob Mann, der Bassist Will Lee und der Keyboard-Spieler Don Grolnick bewirkten keine Abkehr vom Konzept einer typischen Horn Band jener Jahre. Auf die instrumentalen Künste von Lubahn und Kent hatte Cropper von vornherein verzichtet.
Dreams war sicherlich keine exzeptionelle Größe unter den Horn Bands jener Jahre – künstlerisch ähnelte die Band den Vorbildern allzu sehr, kommerziell hatte sie bei weitem nicht deren Erfolg –, doch sind die beiden LPs beredte Zeugnisse jener Zeit, als Brass Rock durchaus auch als Jazzrock angesehen wurde, und für die Dokumentation der Karrieren der Brecker-Brüder und Billy Cobhams sind die Alben durchaus von Bedeutung. Diese drei Musiker wie auch der punktuell beteiligte Gitarrist John Abercrombie geben hier schon professionelle Visitenkarten ab, die sie bei bereits etablierten Jazzmusikern wie etwa John McLaughlin bekannt machten – der britische Gitarrist engagierte Cobham für sein Mahavishnu Orchestra. So blieb es bei den beiden Alben und Dreams geriet in Vergessenheit.

Diskographie

Dreams (1970)
Imagine My Surprise (1971)