Gary Windo

Windo, Gary, britisch-amerikanischer Saxophonist, * Brighton, East Sussex (England), 7.11. 1941, † New York 25.7. 1992

Gary Windo lernte als Kind zunächst Akkordeon und ein wenig Schlagzeug, begann im dreizehnten Lebensjahr Gitarre zu spielen und begeisterte sich erst mit 17 für das Saxophon. Später war er in der Lage, jedes Saxophon, darüber hinaus Klarinette und Bassklarinette zu spielen; sein bevorzugtes Instrument war das Tenorsaxophon. Für einige Jahre fuhr Windo zur See, lebte aber ab 1962 in New York. 1969 ging er nach England zurück, spielte in London zuerst in der Rockband The Running Man und gründete mit deren Gitarristen, Ray Russell, sein erstes eigenes Quartett, das Gary Windo Quartet. Graham Bond holte ihn für seine All-Star-Band, zu der auch Jack Bruce, Mitch Mitchell und Brian Auger gehörten, und nach kurzer Zeit war Windo in die britische Rock- und Jazzmusik integriert.
Windo hatte sich in den USA mit jeder Art von Jazz auseinandergesetzt und hatte auch keine Vorbehalte gegen Rock und Jazzrock. So spielte er in der Brotherhood of Breath, zu der zu verschiedenen Zeiten etwa Lol Coxhill, Marc Charig, Elton Dean und Nick Evans zählten, gehörte zu Keith Tippetts Orchester Centipede, half Hugh Hopper bei seinem Album »1984«, spielte in Robert Wyatts Band Matching Mole und wurde von diesem auch gebeten, ihm bei seinen Solo-Platten zu unterstützen; Windo spielte für Wyatt Saxophone, Klarinette und Bassklarinette. Mit der Formation Gary Windo & Friends hatte er auch wieder eine eigene Gruppe, für die er neben seiner Frau, der Pianstin Pam Windo, den Gitarristen Richard Brunton und den Bassisten Bill MacCormick gewinnen konnte. Am Schlagzeug saß kein Geringerer als Nick Mason, und Mason hatte Windo auch die Möglichkeit gegeben, das Studio Pink Floyds nutzen zu können; das Studio war gerade fertiggestellt worden und Mason nutzte die Aufnahmen mit Windo, die Technik zu testen. Aus der Arbeit mit dieser Band entstand 1976 »Steam Radio Tapes«, Titel für ein Projekt, bei dem auch etwa Julie Tipetts (Driscoll), Steve Hillage und Hugh Hopper beteiligt waren und aus dem Windo ein Album generieren wollte. Die bis 1978 fertig gestellten Aufnahmen wurden zunächst nicht veröffentlicht, sondern kamen erst 2013, zu einer CD zusammengefasst, auf den Markt. 1976 auch engagierte ihn Hugh Hopper für sein Album »Hoppertunity Box« und gemeinsam gehörten die beiden Musiker zu Carla Bleys Gruppe, die diese für eine Europa-Tournee zusammengestellt hatte; Schallplattenaufnahmen mit dieser Band schlossen sich an.
Bley wollte Windo in ihrer Gruppe halten, und so entschlossen sich der Saxophonist und seine Frau 1979, in die USA zu wechseln. Er gehörte damit zum Umfeld von Bleys Aktivitäten, nahm mit ihr die LP »Musique Mécanique« (1979) auf, wurde von Mike Mantler für dessen Aufnahmen hinzugezogen, spielte für Nick Masons Album »Nick Mason’s Fictitious Sports« (1981) – eigentlich ein Album von Carla Bley –, und packte seine Instrumente für Daevid Allens Album »New York Gong« aus. Windo war Mitglied in der Band seiner Frau, Pam Windo & The Shades, und trat mit den Rockbands NRBQ und The Psychedelic Furs auf. 1982 endlich veröffentlichte er sein erste eigenes Album, »Dogface«; ein weiteres, »Deep Water«, folgte 1988. Gary Windo, der lange an Asthma litt, starb 1992 an einem heftigen Asthma-Anfall.


Diskografie

Dogface (1982)
Deep Water (1988)
His Master’s Bones (1996)
Anglo American (2004; Zusammenstellung von Aufnahmen Windos mit diversen Formationen)
Steam Radio Tapes (2013; Aufnahmen von 1976-1978)