Ottawa Music Company

Ottawa Music Company, lose Formation, zu der bis zu 26 Komponisten und Instrumentalisten gehörten, 1971 von Chris Cutler und Dave Stewart in London gegründet; der Name geht auf eine ironische Bemerkung Bob Dylans über die kanadische Stadt zurück.

Die Ottawa Music Company entstand aufgrund einer Idee von Chris Cutler, der vor seiner Zeit bei Henry Cow nach einer Möglichkeit suchte, die Komposition von Komponisten wie Bill Phillips, Bob Chudley, Bob Bery, Anthony Marshall und Michael Hooper auch im Konzert aufführen zu können. Zu dieser Zeit wohnte er im selben Haus wie Steve Hillage und kannte Dave Stewart, Keyboardspieler bei Egg. Gemeinsam mit Stewart gründete Cutler das Ensemble, zu dem dann auch Hillage – seinerzeit bei Khan – sowie der Schlagzeuger Clive Brooks und der Bassist und Hornist Mont Campbell gehörten; Campbell und Brooks bildeten mit Stewart die Band Egg. Aus dem Umfeld von Egg stammte auch der Flötist Jeremy Baines. Wenig später entschloss sich Cutler, das Schlagzeug bei einer von Tim Hodgkinson und Fred Frith gegründeten Band zu übernehmen,die sich Henry Cow nannte. Auch diese Musiker mitsamt dem Bassisten John Greaves waren von der Idee der Großformation angetan und beteiligten sich ebenfalls. Schließlich gehörten zu der Gruppe von Instrumentalisten und Komponisten nicht weniger als 26 Musiker, die indes nicht alle gleichzeitig auf der Bühnen standen, sondern je nach Erfordernissen der jeweiligen Komposition zu kleineren Gruppe zusammenfanden.
Die Ottawa Music Company gab insgesamt nur sieben Konzerte, nahm auch keine Schallplatte auf und bestand kaum mehr als ein Jahr. Einen Eindruck von der Musik der Gruppe – und damit der Idee Cutlers – gibt vielleicht noch das dritte Album des Trios Egg, »The Civil Surface« von 1974. Die Kompositionen waren, teils weit früher, im Trio entstanden, ein Großteil stammte wohl von Campbell. An den Aufnahmen nahmen in wechselnden Konstellationen neben Campbell, Stewart und Brooks Jeremy Baines, Lindsay Cooper, Tim Hodgkinson, Steve Hillage, dem Klarinettisten Maurice Cambridge, dem Flötisten Stephen Solloway und dem Fagottisten Chris Palmer auch die Sängerinnen Amanda Parsons, Ann Rosenthal und Barbar Gaskin teil, die später als The Northettes bei Hatfield and the North ebenfalls Background sangen, zu hören auf dem Album »The Rotter’s Club« (1975).
Eine Besonderheit sowohl des Albums »The Civil Surface« als auch der Musik der Ottawa Music Company war, dass ein weit größerer Teil der Musik notiert war als bei gängiger Rockmusik üblich. Die gesamte Musikergruppe der Ottawa Music Company hatte sich auch damit in einen Bereich zwischen Rock, Jazz und Neuer Musik begeben, der bis dahin von den Musikern dieser drei Richtungen der Musik gemieden worden war.