Panzerballett

Panzerballett, deutsche Jazzrock-Gruppe, 2004 von dem Gitarristen und Komponisten Jan Zehrfeld in München gegründet.

Zehrfeld hatte, nachdem er als Kind Violoncello gelernt hatte, ab 1998 an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz, an der Sibelius-Akademie in Helsiniki und am Richard-Strauss-Konservatorium in München Jazzgitarre studiert, dann am Guitar Institute of Technology (G.I.T) in Los Angeles (Kalifornien). Nach seinen Studien spielte er in so unterschiedlichen Formationen wie Klaus Doldingers Band Passport, dem Hilliard Ensemble, der Band von Wencke Myhre und mit Til Brönner Seine Idee, eigentlich disparate Musik wie Jazz und Heavy Metal Rock miteinander zu verbinden konnte er erst verwirklichen, als er Musiker für diesen Plan begeistern konnte, die in Jazz und Metal überhaupt eine Möglichkeit der Verbindung sehen wollten. Nach der Gründung der Band 2004 und einer Reihe von Auftritten veröffentlichte Zehrfeld, von dem die Originalkompositionen der Band stammten, das erste Album, schlicht mit dem Titel »Panzerballett« versehen. Die CD erregte einerseits vor allem die Aufmerksamkeit von Fans des Progressive Rocks, andererseits aber auch die von Veranstaltern, so dass die Band häufig gebucht und dann auch zum Burg-Herzberg-Festival eingeladen wurde. Anlässlich eines Auftritts in München entstand 2006 auch eine Konzert-DVD.
Das Renommee Zehrfelds Gruppe wuchs, so dass die zweite und dann auch die dritte CD – »Starke Stücke« (2008) und »Hart Genossen – Von ABBA bis ZAPPA« (2009) – bei dem auf Jazz spezialisierten Label Act Records veröffentlicht werden konnten. Dies wiederum zog internationale Aufmerksamkeit auf die Band, die nach zahlreichen Auftritten in Europa – etwa in Frankreich und der Schweiz – 2011 auch eine USA-Tournee absolvierten. Darüber geriet die Arbeit an einem neuen Album etwas in den Hintergrund: »Tank Goodness« erschien erst 2012. Die Band hatte sich nach einigen Umbesetzungen konsolidiert, nunmehr gehörten neben Zehrfeld der Gitarrist Joe Doblhofer, der Saxofonist Alexander von Hagke, der Bassist Heiko Jung und der Schlagzeuger Sebastian Lanser zu Panzerbalett. Für einen Beitrag hatte man auch den Trompeter Randy Brecker gewinnen können.
Der Name Panzerballett charakterisiert die Musik von Zehrfelds Band ganz richtig: Wie in diesem Wort wird auch in der Musik eigentlich Unvereinbares zusammengezwungen; ein Kompositionstitel wie etwa »Iron Maiden Voyage« mit seinen Fingerzeigen auf die Metal-Band Iron Maiden wie auf den Jazz-Standard »Maiden Voyage« von Herbie Hancock präzisiert das Ganze noch. Allemal fühlt sich der Hörer an die Kompositionen eines Frank Zappas der 1970er-Jahre, den Jazzrock der 1970er-Jahre, an den Funk der 1980er-Jahre, an den Nu-Metal der 1990er-Jahre und den skandinavischen Progressive Metal nach 2000 erinnert. Die instrumentaltechnisch äußerst virtuosen Musiker mischen die Stilmittel dieser Erinnerungsvorlagen in nicht vorherzusehender Weise, erscheinen dabei aber keineswegs als in das eigene Können vernarrte Jazz-Nerds, sondern halten stets ironische Distanz zu ihrer Musik. Wesentlicher Bestandteil des Repertoires der Band sind Cover Versions zumal von deutschen Schlagern wie »Ein bisschen Frieden« oder international erfolgreichen Hits wie »Pink Panther«, »Smoke On The Water«, »Paranoid« oder »The Time of My Life«, selbst »Take Five« muss dran glauben. Dabei schreckt Zehrfeld auch vor Gesang nicht zurück – den er allerdings anderen überlässt, etwa Mattias IA Eklundh, selbst Musiker im Jonas Hellborg Trio und bei Freak Kitchen.


Diskografie

Panzerballett (2005)
Starke Stücke (2008)
Harte Genossen – Von ABBA bis ZAPPA (2009)
Tank Goodness (2012)


Weblinks

http://www.panzerballett.de/ (Offizielle Website der deutschen Jazzrock-Band Panzerballett)
http://www.jan-zehrfeldt.de (Offizielle Website des deutschen Gitarristen und Komponisten Jan Zehrfeldt)