Splashgirl

Splashgirl, norwegisches Jazz-Trio, 2003 in gegründet; die Musiker selbst bezeichnen ihre zwischen Jazz und Rock angesiedelte Musik als Doom Jazz.
Der Pianist Andreas Stensland Løwe, der Bassist Jo Berger Myhre und der Schlagzeuger Lønmo Knudsrød stammen aus der Provinz Vestfold im Südosten Norwegens; Løwe hatte bereits als Kind Klavierunterricht, Berger Myhre hatte zunächst Saxophon und Oboe im Schulorchester gespielt,wechselte dann aber zur elektrischen Bassgitarre und wandte sich schließlich dem Kontrabass zu, Knudsrød hatte ebenfalls in verschiedenen Formationen der Schule, die er besuchte, gespielt, aber auch Erfahrungen in Theatermusik gesammelt. Während ihrer gemeinsamen Oberschulzeit spielten sie gemeinsam in mehreren höchst unterschiedlichen Bands, so etwa Blokk 5, Lama und Post, bis sie sich 2003 entschlossen, ein eigenes Trio zu gründen. Splashgirl, so der Name, den sie ihrer Formation gaben, war zunächst ein durchaus konventionelles Jazz-Klaviertrio, mit der Besonderheit, dass die drei Musiker ausschließlich eigene Kompositionen in ihr Repertoire aufnahmen. Allmählich veränderte sich ihre Musik, elektronische Klangerzeuger und Effektgeräte kamen hinzu, die Grenzen des Jazz wurden immer wieder überschritten, weniger in Richtung Rock als vielmehr hin zur Musik etwa Erik Saties und Morton Feldmans.
2007 veröffentlichte die Band ihr erstes Album, »Doors. Keys«, noch zum größten Teil unter ausschließlicher Verwendung des akustischen Instrumentariums aufgenommen. Mit »Arbor« (2009) begann sich dies zu ändern, »Pressure« (2011) und »Field Day Rituals« (2013) waren dann recht weit von den akustischen Klanglandschaften der ersten CD entfernt, nicht zuletzt, weil auch Gesang Bestandteil der Musik wurde. Es gab aber auch Konstanten: Der natürliche Nachhall der Instrumente, insbesondere des Pianos und der Becken, spielte eine zentrale Rolle, mancher Klang lag quasi »unter dem Mikroskop«, all dies in einem meist langsamen Tempo. »Field Day Rituals« wartete auch mit orchestralen Klängen auf, stets in einer raffinierten Mischung der Tonerzeugung durch die akustischen Instrumente und die der elektronischen. Zu den Aufnahmen hatten die drei Musikern des Trios einmal mehr weitere Musiker hinzugezogen, etwa den Bratschisten Eyvind Kang und den Elektronik-Spezialisten Timothy Mason.
Die Musik von Splashgirl zeigt einmal mehr, dass das Klaviertrio des Jazz nichts von seiner Anziehungskraft auf Musiker verloren hat und seit den 1990er-Jahren immer wieder Impulse in den zeitgenössischen Jazz gegeben hat. Es gibt natürlich Berührungspunkte des norwegischen Trios mit dem schwedischen Trio E.S.T. um den Pianisten Esbjörn Svensson, etwa hinsichtlich der Verwendung von Elektronik und der besonderen Rolle des Kontrabasses. Andererseits ist es nicht verwunderlich, dass Splashgirl Zuhörer auch im Publikum des jüngeren Progressive Rocks fand. Denn viele im Progressive Rock beheimateten Musiker haben sich seit Ende der 1990er-Jahre dem Jazz angenähert, und dessen Elemente, vorrangig den Klang traditioneller Instrumente und die Möglichkeit der Improvisation, mit den Klangwelten des Progressive Rocks verbunden.


Diskografie

Doors.Keys (2007)
Arbor (2009)
Presure (2011)
Field Day Rituals (2013)


Weblink

http://www.splashgirl.no (offizielle Website des norwegischen Trios Splashgirl)