Steve Miller

Miller, Steve, englischer Rockmusiker (Keyboards; Komposition), * London 19.12. 1943, † London 9.12. 1998; Steve Miller ist der ältere Bruder des Gitarristen Phil Miller.

Steve Miller hatte sich Anfang der 1960er-Jahre in London bereits ein gewisses Renommee als Blues- und Jazzpianist erworben und wurde auch engagiert, wenn etablierte Bluesmusiker wie Alexis Korner oder Daddy Longlegs in London auftraten und Begleitmusiker benötigten, als er mit seinem Bruder Phil, dem Bassisten Jack Monk und dem Schlagzeuger Pip Pyle die Blues-Gruppe Delivery gründete. Wenig später gelang es ihm, den ihm bekannten Saxophonisten Lol Coxhill zu animieren, Mitglied der Band zu werden. Monk wurde wenig später durch den Bassisten Roy Babbington ersetzt. In dieser Besetzung war Delivery bald eine feste Größe in der Blues- und Jazz-Szene Londons, trat regelmäßig in dem Jazzclub Ronnie Scott’s auf und wurde gerufen,wenn es galt, US-amerikanische Musiker bei ihren Konzerten in der Stadt zu unterstützen. 1970 kam die Band mit der Sängerin Carol Grimes zusammen und veröffentlichte mit ihr die LP »Fools Meeting« (1970). Danach zerfiel die Band: Erst gingen Pyle und Babbington, dann Carol Grimes. Die Sängerin fand in der Folk-Sängerin Judy Dyble eine Nachfolgerin, die Band wurde in DC & MB für Dybles/Coxhill and the Miller Brothers umbenannt, konnte sich in dieser Formation noch eine kleine Weile halten und löste sich dann, 1971, auf.
Steve Miller war so bekannt, dass er von der Band Caravan das Angebot erhielt, den vakanten Platz des Keyboard-Spielers zu übernehmen; Dave Sinclair hatte die Band kurz zuvor verlassen. Miller sagte zu, nahm mit Caravan aber nur ein einziges Album, »Waterloo Lily« (1972), auf. Tatsächlich waren weder Miller noch die übrigen Musiker der Band restlos davon überzeugt, dass Miller mit seinem auf den Jazz ausgerichteten Spiel in eine Rockband wie Caravan passte. Miller tat sich daraufhin mit seinem Bruder, Richard Sinclair, Bassist bei Caravan, Pyle und Coxhill zu einer äußerst kurzlebigen Reunion Deliverys zusammen:De Band brachte es zu nur einem einzigen öffentlichen Auftritt. Aus dieser Gruppe aber entstand Hatfield and the North einerseits, das Duo Steve Miller/Lol Coxhill andererseits. Coxhill und Miller veröffentlichten in den Jahren 1973 und 1974 je ein Album, danach versandete Millers Karriere. Hauptsächlich arbeitete er bis in die erste Hälfte der 1980er Jahre als Zimmermann, tat sich dann mit dem Gitarristen Mark Hewins zu einem Duo zusammen, mit dem er die Konzerte seines Bruders Band In Cahoot eröffnete und gründete 1986 mit dem Bassisten Tony Moore und dem Schlagzeuger Eddie Prévost ein Trio – nunmehr ganz dem Jazz verpflichtet. Verstärkt um Coxhill, veröffentlichte diese Gruppe das Album »Miller´s Tale«. Es blieb das einzige Album von Steve Millers Trio, das zu seinen Lebzeiten veröffentlicht wurde. Ende der 1990er-Jahre trat er mit seinem Bruder Phil und Mark Hewins gelegentlich im Trio auf, bis er 1998 erfuhr, an Krebs erkrankt zu sein. Bei einem Benefizkonzert zu seinen Gunsten kamen die Weggefährten seiner Karriere als Musiker noch einmal mit ihm zusammen.
Nach Steve Millers Tod 1998 veröffentlichte Phil Miller das seinem Bruder gewidmete Album »Out of the Blue«, 2002 und 2003 dann auf seinem Label Crescent Discs zwei Alben, die Steve Miller als Solo-Pianisten präsentieren.


Diskografie

Coxhill/Miller (1973)
The Story So Far …/Oh Really? (1974)
Se Hear (2002)
Steve Miller’s K.Ostra – It’s Out There (2003)

Mit Steve Miller Trio

Miller’s Tale (1986;mit Lol Coxhill)
Steve Miller Trio Meets Elton Dean (2008)

Weitere Alben mit Delivery, Caravan