Art Bears

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Art Bears, britische Rockband, 1980 aus der Rockband Henry Cow hervorgegangen; die Band bestand bis 1981. Der Name stammt aus einer Passage des Buches »Ancient Art and Ritual« (1912) der britischen Schriftstellerin Jane Ellen Harrison (* 1850, † 1928).

Bandbiografie

Während der Aufnahmen zu einem neuen Album kam es unter den Mitgliedern der zur ↑Canterbury-Scene zählenden Band Henry Cow zu einer Auseinandersetzung über die zukünftige musikalische Richtung der Band. Während einige Bandmitglieder Instrumental-*kompositionen favorisierten, sahen andere die Zukunft der Band an stärker an Songs orientiertem Material. So gründeten noch während der Aufnahmen der Schlagzeuger Chris Cutler, der Gitarrist Fred Frith und die Sängerin Dagmar Krause die Formation Art Bears. Unter diesem Bandnamen wurden die bei den Aufnahmen zustande gekommenen Songs unter dem Titel »Hopes and Fears« veröffentlicht; die anderen Henry-Cow-Musiker wurden als Gastmusiker geführt. Die Instrumentalaufnahmen hingegen ergaben das letzte Henry-Cow-Album »Western Culture« (1979).
Cutler, Frith und Krause hatten »Hopes and Fears« bereits eigenes Material hinzugefügt, doch die erste wirklich eigene LP war »Winter Songs« (1979), eine Art ↑Konzeptalbum, denn die vierzehn mehr oder weniger kurzen Songs mit Texten von Chris Cutler bezogen ihre Inspiration aus Einritzungen im Säulenfundament der Kathedrale in Amiens.
Cutler, Frith und Krause waren politisch links eingestellt und schlossen sich Ende 1978 der Bewegung Rock in Opposition (RIO) an. Mit dem Bassisten Peter Blegvad und dem Keyboard-Spieler Marc Hollander gingen sie auf eine ausgedehnte Konzerttournee durch Europa. Während der Tournee entstanden einige Aufnahmen, die aber zunächst nicht veröffentlicht wurden, sondern später den CD-Version der ersten beiden LPs als Bonusmaterial beigegeben wurden.
Ein neues Album spielte das Trio erst 1980 ein. Nach der Veröffentlichung von »The World as It Is Today« 1981 löste sich die Gruppe auf. Im Laufe der 1980er- und 1990er-Jahre kam das Trio allerdings noch einige Male für gemeinsame Auftritte zusammen, so anlässlich des JazzFestes Berlin 1983, dem 1984 ein Konzert im Ostteil der Stadt folgte. 1993 waren die drei Musiker an der Einspielung des Albums »Domestic Stories« des Elektronik-Spezialisten Lutz Glandien beteiligt; an dieser Produktion nahm auch der Saxofonist Alfred Harth teil, mit dem Cutler in den 1980er-Jahren in der Band Cassiber zusammen gespielt hatte.
Mit einer Vielzahl von weiteren Musikern führten Cutler und Frith anlässlich des 25. Festival International de Musique Actuelle de Victoriaville in Kanada das »Art Bears Songbook« auf, eine Hommage an die Band, keinesfalls aber eine Reformation, zumal Dagmar Krause an der Aufführung nicht teilnahm.
Mit Begriffen wie Rockmusik oder Popmusik ist die Musik der Art Bears sicherlich unzureichend, wenn nicht falsch beschrieben. Vielmehr ist es eine Musik, die bestimmte Ausprägungen der europäischen Kunstmusik – etwa von Kurt Weill oder Hanns Eisler – aufgreift und teilweise in einen Rock-Kontext überführt, dabei aber die Rock-Elemente durch partielle Überbetonung persifliert. Im Zentrum der Musik steht stets Dagmar Krauses Gesang; zumal durch den Klang ihrer Stimme und ihren deutschen Akzent wirken manche Songs wie aus einer anderen Zeit.



Diskografie

Hopes and Fears (1978)
Winbter songs (1979)
The World as it is today (1981)
The Art Box (2003)



Weblink

http://www.ccutler.com/ccutler/ (Offizielle Website von Chris Cutler)