Dashiell Hedayat

Hedayat, Dashiell, eigentlich Daniel Théron, französischer Journalist, Buchautor und Musiker, * Paris 5.6. 1947, † Paris 17.7. 2013; Theron verfasste unter den Pseudonymen Jack-Alain Léger, Eve Saint-Roche und Paul Smaïl eine Vielzahl von Büchern, verwendete als Musiker aber auch die Pseudonyme Melmoth und Didier De Saint-Jores. Der Name Dashiell Hedayat ist als Reverenz an den amerikanischen Schriftsteller Dashiell Hammett und den iranischen Schriftsteller und Übersetzer Sadegh Hedayat aus deren Namensteilen zusammengesetzt.

Theron hatte gegen Ende der 1960er-Jahre zunächst für die französische Musikzeitschrift »Rock & Folk« über Schallplatten geschrieben, und 1970 schließlich unter dem Namen Melmoth das Album »La Devantur des ivresses« veröffentlicht. Etwa zur selben Zeit lernte er Musiker der 1968 gegründeten Band Gong um den Gitarristen Daevid Allen kennen und spielt mit ihr das 1971 bei Shandar Records veröffentlichte Album »Obsolete« ein.

Ebenfalls unter dem Namen Dashiell Hedayat legte Théron zwischen 1971 und 1979 einige Bücher vor, verwendet aber etwa gleichzeitig, ab 1973, auch schon das Pseudonym Jack-Alain Léger, unter dem bis 2012 die Mehrzahl seiner Bücher erschien. Théron übersetzte auch Bob Dylans Buch »Tarantula« ins Französische, außerdem Werke von J.R.R. Tolkien und Leonard Cohen. 1976 hatte er mit seinem Buch »Monsignore« einen Bestseller. Etwas nebelhaft ist seine Beteiligung an Gérard Poteaus Album »Jean’s Ou Le Fou D’Assise« von 1975, für das er einen Teil der Texte und die Musik geschrieben, wohl auch an den Arrangements mitgewirkt hatte.

Thérons unter dem Namen Dashiell Hedayat veröffentlichtes Album »Obsolete« wird wegen der Verbindung zu Gong als Teil des Canterbury Rocks angesehen. An den Aufnahmen wirkten die Musiker Allen, der Saxophonist und Flötist Didier Malherbe, der Schlagzeuger Pip Pyle, der Bassist Christian Tritsch, außerdem Gilli Smyth, der Schriftsteller William Burroughs und der fünfjährige Sam Wyatt, Sohn von Robert Wyatt, mit. Insgesamt sind es vier Stücke – allesamt von Théron –, von denen »Cielo Drive | 17« die gesamte Seite zwei der LP einnimmt. Dashiell Hedayat spielte zwar ein wenig Gitarre und Keyboards für das Album, zeichnete auch für »cosmic-hedayat-rumble and cut-ups« verantwortlich, betätigte sich aber vor allem als Vokalist, ohne zu singen: Er trägt seine Texte in französischer Sprache vor, die Band improvisiert dazu, mal wie ein Jazzrock-Gitarrentrio, mal im Shuffle-Rhythmus.

Diskografie

Unter Melmoth

La Devanture Des Ivresses (1970)

Unter Dashiell Hedayat

Obsolete (1971)

Mit Gérard Poteau unter Didier De Saint-Jores

Jean’s Ou Le Fou D’Assise (1975; Komposition)

Werke

Unter Dashiell Hedayat

Le Bleu le bleu (1971)
Le livre des morts-vivants (1972)
Selva Oscura (1974)
Jeux d’intérieur au bord de l’océan (1979

Weitere unter Melmoth, Eve Saint-Roch, Paul Smaïl und Jack-Alain Léger