Defunkt

Defunkt, amerikanische Funk-Formation um den Posaunisten Joseph Bowie, 1978 in New York im Umfeld von No-Wave und Free Funk entstanden.

Biografie

Joseph Bowie (* 1953) jüngerer Bruder des Trompeters Lester Bowie, war in der Black Artists Group in St. Louis unter anderem mit den Saxofonisten Oliver Lake, Julius Hemphill und Luther Thomas zusammen gekommen und hatte erste Erfahrungen im avantgardistischen Jazz gesammelt. Nach einem kurzen Aufenthalt in paris 1972 traf er 1973, nunmehr in New York, mit dem Schlagzeuger Bob Shaw, eigentlich Charles Shaw, zusammen und gründete mit ihm gemeinsam das Human Arts Ensemble; parallele dazu spielte er mit Henry Threadgill und Philip Wilson in deren New York All-Star Blues Band.
1978 gründete Bowie die Formation Joe Bowie and the Defunked. Die Musiker für seine Band hatte er aus der Gruppe The Blacks aus dem Umfeld des No-Wave-Protagonisten James Chance rekrutiert.
Mit den ersten Auftritten im New Yorker Squat Theatre, erwarb sich die lose Truppe um den quirligen Posaunisten den Ruf einer Konzert-Attraktion. So war Bowie auch der Rahmen, den die Zusammenarbeit mit James Chance und dessen Contortions, die er 1981 versuchte, bald zu eng. Bei Defunkt stand Free Jazz neben Funk, Rock-Riffs neben Improvisationen, ironische Rückgriffe auf Rockmusik etwa von Prince (»Knuckle Sandwich«) oder vermeintlich simpler 12-Takt-Blues (»Blues«). Im Zentrum stand aber immer ein energischer, virtuos gespielter Funk, für dessen Attraktivität die Bassistin der Gruppe, Kim Clarke, jahrelang verantwortlich war.
Defunkt, wie die Gruppe bald nur noch hieß, war das Sprungbrett für eine Vielzahl von Musikern, darunter der Gitarrist Vernon Reid (Living Colour), der Bassist Melvin Gibbs und der Saxophonist Luther Thomas. 2001 vergrößerte Bowie seine Gruppe zur Big Band, deren Leitung er aber seinem Bruder Byron Bowie übertrug. Im Kern besteht die Gruppe aus Bowie (Posaune), Kim Clarke (Bass), Ronnie Drayton (Gitarre), Bill Bickford (Gitarre) John Mulkerin (Trompete) und Kenny Martin (Schlagzeug).
Defunkt ist vor allem für furiose, mitreißende Konzerte bekannt. Dennoch entstanden im Laufe der Jahrzehnte eine Reihe von Platten und CDs, von denen besonders »Defunkt« (1982), »Thermonuclear Sweat« (1982), »Live at the Knitting Factory« (1994) und »Cum Funky« (1994) zu nennen sind, an letzterer CD waren auch Joe Bowies Brüder Lester Bowie (Trompete) und Byron Bowie (Saxophon) beteiligt.



Diskografie

Defunkt (1980)
Thermonuclear Sweat (1982)
In America (1988)
Heroes (1990)
Crisis (1992)
Live at the Knitting Factory (1994)
Cum Funky (1994)
Live & Reunified (1994)
One World (1995)
A Blues Tribute: Jimi Hendrix & Muddy Waters (1995)
Live in Europe (2003)



Weblink

http://www.defunktmusic.com (Offizielle Website der amerikanischen Funk-Gruppe Defunkt)