Electric Jazz

Electric Jazz, von englisch electric für »elektrisch« und Jazz, andere Bezeichnung für den Mitte der 1960er-Jahre aufgekommenen Jazzrock

Der Begriff hebt vor allem darauf ab, dass es sich um eine Spielart des Jazz handelt, in der ausschließlich Instrument mit elektromechanischer oder elektronischer oder aber elektrisch verstärkte Instrumente verwendet werden. Dies war im Jazz bis dahin nur ausnahmsweise der Fall, als gegen Ende der 1930er-Jahre etwa die Hammond-Orgel und die elektrisch Gitarre als obligate Instrumente Eingang in den Jazz fanden. Im Electric Jazz, der allemal eine Allianz mit der Rockmusik ist, traten vor allem elektrische Klavierinstrumente und Synthesizer hinzu; herkömmliche Blasinstrumente wie vor allem Trompete und Saxophon wurden mit einer elektrischen Tonabnahme versehen und ihr Ton elektrisch verstärkt. Auch Effektgeräte fanden im Electric Jazz Verwendung. Der amerikanische Trompeter Miles Davis kann mit seinen um 1970 aktiven Bands als dominanter Vertreter des Electric Jazz gelten, waren doch alle Instrumente der Band elektrisch verstärkt. Auf andere musikalische Sachverhalte als den der Verwendung von elektrischen Instrumenten nimmt der Begriff keinen Bezug.

Die Herkunft des in der ersten Hälfte der 1970er-Jahre entstandenen Begriffs liegt im Dunkel. Wie andere Begriffe in Rock und Pop dürfte er im Umfeld von Marketing- und Presseabteilungen der Schallplattenfirmen im Zusammenwirken mit Musikjournalisten entstanden sein.