Steve Howe

Stichworte Les Paul | Yes | Progressive Rock | Carl Palmer | Genesis | The Flower Kings



Howe, Steve, eigentlich Stephen James Howe, britischer Rockmusiker (Gitarre, Gesang, Komposition, Text), * Holloway (North London, England) 8.4. 1947

Biografie

Steve Howe wuchs in einem an Musik interessierten Elternhaus auf und lernte schon früh die Musik etwa der Gitarristen Les Paul, Chet Atkins, Speedy West und Jimmy Bryant kennen. Als Jugendlicher war er fasziniert vom Spiel des Jazz-Gitarristen Barney Kessel. Als Howe 12 Jahre alt war, schenkten ihm seine Eltern eine akustische Gitarre; Howe begann darauf hin, autodidaktisch das Spiel des Instrumentes zu lernen. 1961 kaufte er sich seine erste elektrische Gitarre, 1964 eine weitere, eine ES-175D der amerikanischen Firma Gibson. Die Gibson-Gitarre, im Allgemeinen eher von Jazz-Musikern gespielt, wurde zu seinem bevorzugten Instrument. Zu dieser Zeit war er bereits Mitglied der Rockband The Syndicates, die bekannte Rhythm ’n’ Blues-Stücke nachspielte. Mit The Syndicates nahm Howe seine erste Single auf, »Maybelline«, eine Cover-Version des von Chuck Berry geschriebenen Songs. Nach einem Intermezzo bei der Band The In Crowd, der der Gitarrist zwischen 1965 und 1967 angehörte – der Sänger der Band, Keith West, produzierte in dieser Zeit mit The In Crowd als Backing Band die erfolgreiche Single »Excerpts from a Teenage Opera« (1967) –, arbeitete Howe als Studiomusiker, war parallel dazu aber auch an der Nachfolgeband von The In Crowd, Tomorrow, beteiligt. 1968 verließ Howe Tomorrow und schloss sich der Band Bodast an. Zwar nahm Bodast im selben Jahr ein Album auf, doch meldete das Label der Band Konkurs an, so dass die LP zunächst nicht veröffentlicht werden konnte.
Im Frühjahr 1970 ersetzte Steve Howe den Gitarristen Peter Banks bei Yes und blieb bei der Band bis zu deren ersten Auflösung 1981.
Trevor Horn, kurze Zeit bei Yes, verpflichtete Howe im Laufe der 1980er-Jahren für einige seiner Produktionen. So war der Gitarrist auf den LPs »The Pleasure Dome« (1984) und »Liverpool« (1986) von Frankie Goes to Hollywood und »Propaganda« (1985) von Secret Wish zu hören. 1982 spielte Howe auch als Gastmusiker bei den Aufnahmen des Albums »Industry Standard« von den Dixie Dregs Gitarre.
1982 gründete Howe mit dem Keyboard-Spieler Geoff Downes, dem Bassisten John Wetton und dem Schlagzeuger Carl Palmer die Progressive-Rock-Band Asia. Als er 1984 mit Wetton in Streit geriet, verließ er noch während der Proben zum dritten Album die Band. In den folgenden Jahren war Howe mal hier, mal da an diversen Bands beteiligt: 1986 hatte er mit Steve Hackett, früher Gitarrist bei Genesis, GTR gegründet, doch zerbrach die Band bereits 1987 wieder. Danach, 1988, arbeitete Howe mal mit Billie Curry, Keyboard-Spieler bei Ultravox, zusammen, 1989 dann mit Paul Sutin, im selben Jahr gehörte er zu dem Yes-Ableger Anderson Bruford Wakeman Howe, der es allerdings nur zu einer einzigen CD brachte. 1991 packt er seine Gitarre für Queen aus und spielte ein wenig auf deren Album »Innuendo«. Im selben Jahr kam die gesamte Yes-Musikerfamilie zusammen und nahm das Album »Union« auf; eine gleichnamige Tour folgte. 1992 war er aber schon wieder entlassen, wurde aber von Geoff Downs um Mitarbeit an dem Album »Aqua« gebeten.
In den 1990er-Jahren kam es 1995 und 1996 zu Reunions von Yes, an denen Howe beteiligt war, doch standen seine Solo-Alben längst im Zentrum seines Interesses. Dennoch arbeitete er Ende des Jahrzehntes wieder mit Yes zusammen und ist auf einigen Konzert-CDs und –DVDs zu hören und zu sehen. Auch nach 2000 teilte Howe seine Arbeit auf Yes einerseits und seine eigenen Projekte andererseits auf. Mit seinen Söhnen Dylan und Virgil gründete er die Band Steve Howe’s Remedy und half dem Sohn Rick Wakemans, Oliver Wakeman, bei einem Album; Oliver Wakeman seinerseits war an der Produktion von Howes Album »Spectrum« beteiligt – auch die Howe-Söhne hatten bei den Aufnahmen ihr instrumentales Können unter Beweis gestellt. 2006 kam es zu einer erfolgreichen Reunion von Asia, und Howe ging mit der Band monatelang auf Tournee; 2008 veröffentlichte Asia auch wieder ein Album. Howe hatte 2007 mit seinem Sohn Dylan am Schlagzeug und dem Organisten Ross Stanley ein Jazz-Trio gegründet, gab Konzerte und legte 2008 auch ein Album seines Trios vor. Als sich 2008 Yes wieder für eine Tournee zusammenfand, taten sich die Band – mit Oliver Wakeman und dem für den erkrankten Anderson eingesprungenen Benoit David, Sänger der Yes-Tribute-Band Fragile – und Asia für eine gemeinsame Tour zusammen – Howe spielte in beiden Bands.
Steve Howe gehört zu dem kleinen Kreis der stilbildenden Rock-Gitarristen. Als Gitarrist beherrscht er nicht nur die Instrumentaltechnik für die elektrische Gitarre, sondern auch die des klassischen akustischen Instrumentes. Wenn er auch wesentliche Anregungen aus dem Jazz bezog und andererseits allemal die Fingerfertigkeit von Heavy-Metal-Gitarrenvirtuosen beherrscht, so blieb sein Spiel innerhalb der Rockmusik einzigartig – er ist jederzeit, in jedem Zusammenhang erkennbar. Auf andere Gitarristen übte er zwar Einfluss aus – etwa auf Roine Stolt von The Flower Kings -, doch ist sein Instrumentalstil nicht ohne weiteres nachzuahmen. Neben seinen Gibson- und Martin-Gitarren spielte Howe nur gelegentlich Instrumente der Firma Fender. Von Fender stammt seine Pedal Steel Guitar, eine Dual Professional 6, deren Klang wesentlicher Bestandteil seines Stils ist.



Diskografie

Beginnings (1975)
The Steve Howe Album (1979)
Turbulence (1991)
The Grand Scheme of Things (1993)
Not Necessarily Acoustic (1994)
Homebrew (1996)
Quantum Guitar (1998)
Pulling Strings (1999)
Portraits of Bob Dylan (1999)
Homebrew 2 (2000)
Natural Timbre (2001)
Skyline (2002)
Elements (2003)
Guitar World (2003)
Spectrum (2005)
Remedy Live (2005)
Homebrew 3 (2005)
Motif (2008)
The Haunted Melody (2008; mit dem Steve Howe Trio)



Weblink

http://www.stevehowe.com/ (Offizielle Website des britischen Gitarristen Steve Howe)