ABKCO Music & Records, Inc.

ABKCO Music & Records, Inc., Abkürzung für Allen & Betty Klein Company, amerikanisches Musikunternehmen, Teil des 1968 von dem Musikmanager Allen Klein (*1931, † 2009) in New York gegründeten ABKCO Industries Medienunternehmens.

Klein hatte 1961 das Musikunternehmen Allen Klein & Co. gegründet. Klein war sowohl in den USA als auch in Großbritannien im Musikgeschäft engagiert. Er hatte 1963 Sam Cookes Schallplatten-Label SAR Records vor dem Ruin bewahrt, das Management von The Rolling Stones, The Animals, Herman’s Hermits, später auch von Marianne Faithful und The Kinks übernommen und spielte Ende der 1960er-Jahre eine Rolle in der Auflösungsphase der Beatles. Nebenbei hatte er seine Firma umsichtig zu einem Medienunternehmen ausgebaut, das an vielen Produktionen der von Klein betreuten Musikern und Bands die Rechte besaß und besitzt. 1965 hatte er Bruchstücke von SAR Records erworben, 1968 kaufte er das Label Cameo-Parkway Records und gestaltete seine Firma 1969 in ABCKO Industries um. ABKCO ist die Abkürzung von Allen & Betty Klein Company; Betty ist der Name seiner Ehefrau.
Ende der 1960er-Jahre besaß ABCKO die Rechte an einer Vielzahl von populären Songs der 1960er-Jahre – der Katalog von Cameo-Parkway umfasste etwa auch Musik von Chubby Checker, Bobby Rydell, The Orlons, The Dovells, Question Mark & The Mysterians und Dee Dee Sharp –, veröffentlichte aber nur wohldosiert auch Tonträger aus diesem Katalog. 1970 schlossen die Beatles mit ABKCO einen Vertrag, Klein geriet mit der Band aber bald in Streit, der schließlich vor Gericht ausgetragen wurde. Auch The Rolling Stones wurden mit Klein nicht glücklich, denn er behielt die Rechte an den in der Frühphase der Band entstandenen Songs. Über die wachte Klein wie auch sein Sohn Jody, der gegen Ende der 1990er-Jahre in zunehmenden Maße die Geschäfte der Firma übernahm, akribisch: Musiker und Bands, die ihre Songs an die Musik seiner Mandanten angelehnt hatten, wurden verklagt.
Eine unrühmliche Rolle spielte Klein in seiner Zusammenarbeit mit den Beatles. Paul McCartney hatte Kleins Namen ins Spiel gebracht, da die Beatles-Firma Apple keinen Ausweg aus ihren geschäftlichen Schwierigkeiten fand. John Lennon hingegen – und mit ihm George Harrison und Ringo Starr – stand Klein eher ablehnend gegenüber, bis dieser Lennon in einem Gespräch überzeugen konnte, der richtige Mann für die Geschäfte der Beatles zu sein. Inzwischen aber hatte McCartney seine Meinung geändert und lehnte einen Vertrag mit Klein ab; einig wurde Klein sich also nur mit Lennon, Harrison und Starr. Dies mündete in der Übergabe der Bänder der jüngsten Beatles-Produktion an den amerikanischen Produzenten Phil Spector, der daraus die LP »Let It Be« (1970) konstruierte, die wiederum das Missfallen von McCartney erregte und die Auflösung der Beatles nach sich zog. Klein blieb den übrigen drei Beatles verbunden und organisierte etwa Harrisons Concert for Bangla Desh – die Einnahmen lagen aber wegen verschiedener Nachlässigkeiten in den Verträgen und aus steuerlichen Gründen jahrelang fest.
Wiewohl Klein keinem Streit aus dem Wege ging, hatte er das Wohlergehen seines Unternehmens ABKCO Industries stets fest im Blick. Nach wie vor hält die Firma die Rechte an vielen Songs der 1960er-Jahre, die unter dem Label-Namen für Wiederveröffentlichungen genutzt werden. Vertrieben werden die Platten der Firma von Universal Music.



Diskografie

The Beatles: Let It Be (1970)
George Harrison: The Concert for Bangla Desh (1971)



Weblinks

http://www.abkco.com (Offizielle Website des amerikanisches Schallplatten-Labels ABKCO Records)
http://www.imdb.com/name/nm0458646/bio (Website mit ausführlicher Biografie Allen Kleins)