American Recordings

American Recordings, amerikanisches Schallplatten-Label, 1988 von dem Produzenten Rick Rubin (* 1963) in Los Angeles gegründet.

Rick Rubin hatte 1984 mit Russell Simmons (* 1957) Def Jam Recordings gegründet und damit einen wesentlichen Beitrag zur Popularisierung von Hiphop geleistet. 1988 verließ Rubin das Label im Streit und gründete mit Def American Recordings sein eigenes Label; kurze Zeit später änderte er den Namen in American Recordings. Rubin, weniger an Hiphop als an Heavy Metal interessiert, hatte bereits bei Def Jam die Thrash-Metal-Band Slayer verpflichtet, die dem Produzenten zu American Recordings folgte. Verträge unterschrieben auch die Bands Danzig, The Four Horseman, Master of Reality und Wolfsbane. Rubin nahm allerdings nicht nur Heavy-Metal-Gruppen unter Vertrag, sondern stellte sein Label auf eine breite Basis: Bei American Recordings standen auch The Jesus and Mary Chain wie die Hiphop-Musiker von Geto Boys und Sir Mix-a-Lot unter Vertrag. Den ersten großen Erfolg brachte Rubin die Southern-Rock-Band The Black Crows ein: Das Debütalbum der Band, »Shake Your Money Maker« (1990) wurde fünf Mal mit Platin ausgezeichnet. Stilistische Vielfalt kennzeichnete auch die weitere Veröffentlichungspolitik des Labels. So steuerten zum Katalog von American Recordings auch Musiker und Bands wie The Jayhawks, Blackeyed Susan, Dan Baird, Julian Cope, Deconstruction, Donovan, John Frusciante, Medicine, Mouse On Mars, Tom Petty, Raging Slab und Skinny Puppy ihre Musik bei. Einen Vertrag bei American Recordings unterschrieben auch so gegensätzliche Bands wie Gogol Bordello und ZZ Top.
Einen großen Teil seiner Reputation bezieht das Label aus der Produktionstätigkeit seines Besitzers Rick Rubin. Rubin setzt sich und dem Label geradezu ein Denkmal, als er mit dem Country-Musiker Johnny Cash eine Serie von Alben produzierte und veröffentlichte, die zu den besten Aufnahmen des Musikers gehören. Rubin wurde wegen der schnörkellosen Produktion dieser Alben endgültig zum Star unter den Produzenten und wurde von vielen Musikern – darunter etwa auch Donovan und Neil Diamond – für die Produktion von Come-Back-Alben verpflichtet.
Die Tonträger American Recordings wurden zunächst von Geffen Records, dann von Warner Bros. vertrieben. 1997 übernahm Columbia den Vertrieb. 2001 wurde der Vertrieb von der Universal Music Group besorgt, dann ab 2007 wieder von Warner, schließlich von Columbia; Rubin wurde in den Vorstand Columbias geholt.
Im Laufe der Jahre hat Rubin einige Unter-Labels gegründet, zu denen etwa Onion Records, III Labels Records, Wild West Records, Whte Lbls Records und Infinite Records gehören. Zum Teil scheinen diese Labels dem Zweck zu dienen, Rechte zu halten, ohne dass unbedingt Tonträger veröffentlicht werden.
Das Logo American Recordings besteht aus einer Umformung der us-amerikanischen Flagge: Das dunkelblaue Sternenfeld auf weiß-rot-gestreiftem Grund steht nicht oben links, sondern unten rechts.



Weblink

http://www.americanrecordings.com (Offizielle Website des amerikanischen Schallplatten-Labels American Recordings)