Bizarre Records

Bizarre Records, amerikanisches Schallplatten-Label, 1967 von Frank Zappa und seinem Manager Herb Cohen als Produktionsfirma in Los Angeles gegründet; die Gründung des eigentlichen Labels erfolgte 1969.

Bizarre war zunächst weniger ein regelrechtes Label, als der Name der Produktionsfirma Zappas, die ihre Dienste vor allem anderen Musikern anbieten sollte. Verlegt wurden Zappas Platten, die er mit seiner Band The Mothers of Invention einspielte, von Verve Records. 1968 veröffentlichte Zappa unter Beteiligung Bizarres noch bei Verve das Album »We’re Only In It For The Money« mit The Mothers of Invention, dem im gleichen Jahr mit »Lumpy Gravy« seine erste Platte unter eigenem Namen folgte, und ebenfalls 1968 »Cruising with Ruben & The Jets«. Auch eine LP der Sängerin Sandra Hurvitz, »Sandy’s Album Is Here At Last«, trug den Namen von Bizarre wie von Verve. Ebenso nannte das Cover der LP »200 Motels«, der Soundtrack zu dem gleichnamigen Film Zappas, noch Bizarre Productions, wurde aber bei United Artists Records veröffentlicht.
Als Verve angeblich den Zeitpunkt der Verlängerung des Vertrags verpasste, gliederten Zappa und Cohen der Produktionsfirma Bizarre 1969 das Label gleichen Namens an; den Vertrieb der Platten übernahm Reprise, ein Label von Warner Bros. Parallel zur Gründung von Bizarre richteten Zappa und Cohen Straight Records ein. Die Aufgaben der Label sollten klar geteilt sein: Bizarre sollte ambitionierte und nicht unbedingt leicht verkäufliche Produktionen anbieten, Straight Records dagegen eher für den Mainstream-Markt gedachte. So wurde unter Bizarre ein Album von Lenny Bruce vorgelegt (»The Berkeley Concert«, 1969), das einen 1965 mitgeschnittenen Auftritt des umstrittenen Satirikers enthielt, und das Album »An Evening With Wild Man Fischer« (1969), das erste Album Larry Wayne Fischer. Zappa hatte Fischer, der in Los Angeles unter dem Namen Wild Man Fischer als Straßenmusiker sein Dasein fristete, entdeckt und für die Aufnahme einer LP gewinnen können.
Zappa konnte diese Folge »bizarrer« Veröffentlichungen allerdings nicht durchhalten, nicht zuletzt wegen vertraglicher Vereinbarungen mit dem Vertrieb der Platten; Reprise waren es einfach zu wenig Platten, und Zappa fand nicht so viele »bizarre« Musiker wie erhofft. So ordnete er weiter LP etwa von Captain Beefheart, Alice Cooper und der Frauen-Rockband The GTOs, während er seine eigenen Alben und die mit The Mothers of Invention produzierten bis 1972 bei Bizarre präsentierte. Als 1973 der Vertriebsvertrag mit Warner endete, beendeten Zappa und Cohen die Tätigkeit ihrer Labels und gründeten Discreet. Die unter Bizarre und Straight entstandenen Alben wurden teils von Reprise, teils von Warner selbst in den Katalog übernommen. Bis auf Fischers LP werden alle diese Platten noch bei dem einen oder anderen Label Warners geführt. Auf Fischers LP hält der Zappa-Clan unter Führung von Zappas Witwe Gail Zappa die Hand: Angeblich hatte Fischer, psychisch labil, eine Vase nach Moon Unit, Zappas kleiner Tochter, geworfen und sie nur knapp verfehlt – Grund genug für die Zappas, Fischers Werk unter Verschluss zu halten.



Diskografie

Lenny Bruce: The Berkeley Concert (1968)
Wild Man Fischer: An Evening With Wild Man Fischer (1968)
The Mothers of Invention: Uncle Meat (1969)
Frank Zappa: Hot Rats (1969)
The Mothers of Invention: Burnt Weeny Sandwich (1970)
The Mothers of Invention: Weasels Ripped My Flesh (1970)
Diverse: Zapped (1970)
Frank Zappa: Chunga’s Revenge (1970)
The Mothers: Fillmore East, June 1971 (1971)
The Mothers: Just Another Band From L.A. (1972)
Frank Zappa: Waka/Jawaka (1972)
The Mothers: The Grand Wazoo (1972)



Literatur

Miles, Barry: Zappa; Berlin 2005