CBS

CBS, Abkürzung von Columbia Broadcasting System, 1927 gemeinsam von der amerikanischen Schallplatten-Firma Columbia Records und der in New York beheimateten Show-Agentur Arthur Judson gegründetes Rundfunkunternehmen; die Senderkette trug zunächst den Namen The Columbia Phonograph Broadcasting System.

Obwohl zu dem Unternehmen bereits bei Gründung 47 Radiostationen gehörten, verkaufte Columbia Records seine Anteil bereits nach kaum mehr als einem Jahr. Die Finanzgruppe, die den Anteil kaufte, benannte die Sender in Columbia Broadcasting System um, woraus die Abkürzung CBS entstand. Die ursprüngliche Idee von Columbia Records, ein Netz von Sendern dazu zu verwenden, die eigenen Schallplatten-Produktionen vorzustellen und auf diese Weise einem großen Publikum bekannt zu machen, wurde 1938 geradezu ins Gegenteil verkehrt, als die Inhaber der Rundfunkgesellschaft ihrerseits nun Columbia Records kauften.
CBS wuchs stark und gehörte über Jahrzehnte zu den drei größten Anbietern von Fernsehprogrammen. Das Unternehmen errichte schließlich eine Größe, dass es aufgrund gesetzlicher Vorschriften 1970 gezwungen wurde, die Produktionssparte CBS Films zu verkaufen; als Viacom existierte die TV-Produktion weiter.
Zeitweilig gehörte zu CBS auch der Unternehmenszweig CBS Musical Instruments, die neben zahlreichen anderen Firmen wie die Orgelbaufirmen Rodgers und Gulbranson, den Schlagzeugbauer Rogers Drums und die Firma Electro-Music Inc, (Leslies) auch etwa den Klavierbauer Steinway & Sons und den Gitarren-Hersteller Fender kaufte; in den Jahren unter der Führung von CBS litt das Renommee der Instrumente Fenders stark.
CBS hatte Columbia Records zwar 1938 gekauft, konnte außerhalb der USA aber seine Schallplatten nicht verkaufen. So wurde 1962 das Label CBS Records gegründet, unter dessen Bezeichnung Columbia auf dem Weltmarkt tätig werden konnte. In Europa beispielsweise wurden die Schallplatten von Columbia unter den Namen CBS verkauft, in Japan von Sony unter dem Namen Sony. Sony kaufte 1988 Columbia Records, 1966 eine Art Unterlabel von CBS Records geworden war, und durfte für einige Zeit ach den Namen CBS Records benutzen. In den 1990er-Jahren gelang es Sony schließlich, von EMI die Erlaubnis zu erhalten unter dem Namen Columbia Platten weltweit zu verkaufen, mit der Ausnahme von Kanada, Spanien und den USA; in Japan wurden die Platten weiter unter Sony verkauft. So benötigte Sony den Namen CBS Records nicht mehr und Columbia Broadcasting Service gründete 2006 erneut ein Label unter der Bezeichnung CBS Records. Bei dem neuen Label stehen etwa Will Dailey, Sharon Little, Keaton Simons und Stars Crashing Cars unter Vertrag.



Literatur

Metz, Robert: CBS – Reflections In A Bloodshot Eye; Chicago 1975
Davis, Clive (mit James Willwerth): Clive – Inside The Record Business; New York 1974



Weblink

http://www.cbsrecords.com/ /Offizielle Website des amerikanischen Schallplatten-Labels CBS Records)