Columbia Records

Columbia Records, 1887 unter dem Namen Columbia Phonograph Company in New York gegründet; bis 1987 war Columbia die Schallplattenabteilung des 1926 gegründeten amerikanischen Medienkonzerns CBS.

Columbia war bis in die 1960er-Jahren hinein für die Rockmusik nicht bedeutsam, obwohl das Label im Bereich klassischer Musik einen großen Namen hatte. In den 1950er-Jahren etwa lehnte der Leiter der A & R- Abteilung, Mitch Miller, sowohl Rhythm’n’Blues als auch Rock’n’Roll ab, wenn auch das bereits im Jahre 1926 hinzugekaufte Label Okeh Records die Platten einiger dem Blues und dem Rock’n’Roll nahestehenden Künstler wie Johnny Ras, Chuck Willis und The Treniers im Katalog hatte. Im Bereich Pop Music waren Anfang der 1960er-Jahre etwa Barbra Streisand und Andy Williams die Attraktionen des Labels. Vorsichtig näherte sich Columbia im Laufe des Jahrzehnts der Rockmusik und verpflichtete Bob Dylan, Johnny Cash, Simon and Garfunkel, The Byrds und Paul Revere and The Raiders.
Mit dieser Vorsicht brach der Präsident Clive Davis, der 1967 – nach dem Erfolg des Popfestivals in Monterey – Janis Joplin, Sly Stone, Johnny Winter, Santana und Blood, Sweat & Tears für Columbia verpflichtete und für seinen Mut bald belohnt wurde: Columbia erlebte eine Phase bis dahin ungekannter Prosperität. Gleichwohl wurde Davis 1973 entlassen.
Im Laufe der Jahrzehnte hatten viele Größen der Rock- und Pop-Music und des Jazz einen Vertrag mit Columbia Records: Chicago, The Mahavishnu Orchestra, Aerosmith, Blue Oyster Cult, Journey und Sailor; in den 1980er-Jahren The Alarm, Beasty Boys, Public Enemy, The Bangles, The Clash, Bros, Cindy Lauper und weitere mehr. Ein Unterlabel Columbias, Epic Records, wurde gegründet, um Columbia einerseits zu entlasten, andererseits das Repertoire zu entzerren, wollte man doch nicht zwei ähnliche Künstler unter einem Label wissen. So erhielt Dylan einen Vertrag bei Columbia, Donovan einen bei Epic. Bei Epic veröffentlichten auch etwa Argent, Sly and The Family Stone, The Hollies, Poco und The Stranglers. Auch die erfolgreichste Schallplatte der bisherigen Pop-Geschichte überhaupt, Michael Jacksons »Thriller«, wurde 1982 bei Epic veröffentlicht.
Die Schallplatten Columbias wurden außerhalb der USA unter dem Namen CBS verkauft: Die britische Schallplattenfirma EMI besaß die Rechte am Namen Columbia außerhalb der USA und verkaufte unter diesem Namen selbst Schallplatten. Mehrmals hatte Columbia versucht, den Namen von der EMI zu kaufen, um weltweit unter dem Namen Columbia auftreten zu können, doch wussten dies diverse Gesellschaften der EMI außerhalb Großbritanniens zu verhindern.
Mitte der 1980er-Jahre geriet der Mutterkonzern CBS in wirtschaftliche Turbulenzen und stand zum Verkauf. Sowohl die EMI als auch der japanische Elektronikkonzern Sony – unter dessen Namen die Produkte der CBS in Japan verkauft wurden – boten um den Konzern: EMI wollte 1,25 Milliarden Dollar, Sony 2 Milliarden Dollar zahlen. Den Zuschlag erhielt 1987 Sony, die die Columbia in Sony Music Entertainment umbenannte. Der damalige Chef von CBS, Walter Yetnikoff, wurde kaum ein Jahr später entlassen.



Literatur

Davis, Clive/Willwerth, James: Inside the Record Business; New York 1974
Metz, Robert: CBS. Reflections in a Bloodshot Eye; Chicago 1975