Discreet Records

Discreet Records, amerikanisches Schallplatten-Label, 1973 von Frank Zappa und seinem Manager Herb Cohen in Los Angeles gegründet; der Name – als Logo mit großen R geschrieben – enthält in Anspielung mehrere Bedeutungen: Disc für »Schallplatte«, discreet für »taktvoll«, discrete für »eigenständig« und auch discrete in der Bezeichnung Compatible Discrete 4, das ein besonderes Verfahren beschreibt, quadrophonische Aufnahmen auch mit üblichen Stereo-Tonabnehmern abspielen zu können.

Zappa und Cohen hatten ihre 1969 gegründeten Zwillingslabel Bizarre Records und Straight Records nach dem Auslaufen des Vertriebsvertrags mit Warner Bros. geschlossen. Anschließend gründeten sie in der Absicht, alle Aufnahmen Zappas – eigene wie die mit seiner Band The Mothers of Invention – bei Discreet sowohl in herkömmlichem Stereo als auch im seinerzeit aktuellen Quadrophonie-Format zu veröffentlichen; Zappa war stets an höchst möglicher technischer Qualität seiner Aufnahmen interessiert. Als sich die Quadrophonie nicht auf dem Markt durchsetzen konnte, ließen Zappa und Cohen den Plan allerdings schon 1975 wieder fallen und veröffentlichten wieder nur stereophonische Aufnahmen.

Neben den Platten Zappas verlegte Discreet auch Alben etwa von Tim Buckley – mit ihm hatte Cohen schon vor der Gründung des Labels einen Vertrag geschlossen –, Brenda Patterson, Kathy Dalton, Whiz Kids, Denis Bryant und Growl. Ebenso wurden zwei LPs der kanadischen Band The Amboy Dukes um den Gitarristen Ted Nugent von Discreet auf den Markt gebracht, wie auch 1975 die LP »Bongo Fury«, eine Zusammenarbeit von Zappa mit Captain Beefheart.

1976 geriet Zappa mit Cohen in Streit. Eine der Folgen der auch juristisch ausgefochtenen Auseinandersetzung war, dass Zappa sich für das Label nicht mehr einsetzte. Dennoch veröffentlichte Warner ohne Einverständnis Zappas die LPs »Studio Tan« (1978), »Sleep Dirt« (1979) und »Orchestral Favorites« (1979), halb fertige, teils experimentelle Arbeiten Zappas. Zappa schloss daraufhin Discreet Records und gründete Zappa Records. Die Rechte an den bei Discreet veröffentlichten Schallplatten Zappas wurden Ende der 1980er-Jahre von Rykodisc genutzt.

Diskografie

The Mothers of Invention: Over-Nite Sensation (1973)
Kathy Dalton: Amazing (1973)
Tim Buckley: Sefronia (1973)
Ted Nugent & The Amboy Dukes: Call of the Wild (1974)
Franka Zappa: Apostrophe (1974)
Zappa & The Mothers of Invention: Roxy & Elsewhere (1974)
Tim Buckley: Look At The Fool (1974)
Ted Nugent & The Amboy Dukes: Tooth, Fang & Claw (1974)
Kathy Dalton: Boogie Bands and the One Night Stands (1974)
Growl: – (1975)
Frank Zappa & The Motehrs of Invention: One Size Fits All 81975)
Frank Zappa & The Mothers of Invention featuring Captain Beefheart: Bongo Fury (1975)
Frank Zappa: Zappa in New York (1978)
Frank Zappa: Studio Tan (1978)
Frank Zappa: Sleep Dirt (1979)
Frank Zappa: Orchestral Favorites (1979)