Elektra Records

Elektra Records, amerikanisches Schallplattenlabel, 1950 von Jac Holzmann und Paul Rickholt für die Veröffentlichung von Folk- und Blues-Platten gegründet; das Label ist ein Unterlabel der Atlantic Records Group, die ihrerseits zur Warner Music Group gehört.

In den ersten Jahren ihres Bestehens organisierte Elektra Records ihre Veröffentlichungen in so genannten Projekten: Es gab »The Blues Project« (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Bluesgruppe Al Koopers), »The Old Time Banjo Project«, »The String Band Project« und »The Singer/Songwriter Project«. Das Projekt »What’ s Shaking« war der elektrischen Gitarre gewidmet. Mit dem Sänger Phil Ochs fand auch die Protestsong-Bewegung fand bei Elektra eine Heimat. Etwa ab Mitte der 1960er-Jahre stellte sich mit der Verpflichtung junger Rock- und Bluesgruppen auch der kommerzielle Erfolg des ambitionierten Label-Programms. Zu diesen Bands gehörten neben anderen The Paul Butterfield Blues Band, The Doors, Love, Clear Light, Earth Oper und Rhinoceros; auch Carly Simon und David Ackles standen bei Elektra unter Vertrag. Für die Veröffentlichung von Folkmusic wurde das Unterlabel Nonesuch gegründet. Die Nonesuch Explorer Series mit ersten an der Idee der World Music orientierten Alben verschafften dem Label größte Anerkennung. Nonesuch wurde dann auch auserwählt, einige Aufnahmen für die Audio-Botschaft der den Voyager-Raumkapseln mitgegebene Audio-Botschaft beizusteuern.
Elektra Records und Nonesuch Records wurden 1970 von der Kinney National Company gekauft; kurz zuvor hatte Elektra noch die Firma Asylum Records gekauft. Kinney kombinierte Elektra mit den Labels von Warner und Atlantic zunächst zu WEA (Warner-Elektra-Atlantic), nannte das neue Unternehmen aber bereits ein Jahr später in Warner Communications um. In der Bundesrepublik Deutschland und in Frankreich wurden die Produkte des Konzerns unter dem Namen WEA Records vermarktet.
Elektra und Asylum wurde 1989 zu Elektra Entertainment zusammengelegt, seit 1994 Elektra Entertainment Group genannt. 2004 löste Time Warner die Warner Music Group, im Wesentlichen also Warner, Elektra und Atlantic, aus dem Medienkonzern heraus und verkaufte sie an private Investoren. Diese vereinigten Atlantic und Elektra zur Atlantic Music Group, innerhalb der Elektra ein unbedeutendes, weitgehend inaktives Label ist; nach der Jahrtausendwende wurde das Label nur noch von Rhino Entertainment für Wiederveröffentlichungen aktiviert.
Im Lauf seiner Geschichte waren zahlreiche namhafte Musiker und Bands bei Elektra unter Vertrag, so neben anderen Ars Nova, Atomic Rooster, The Afghan Wigs, Bad Company, Anita Baker, Björk, Jackson Browne, Tim Buckley, Busta Rhymes, The Cars, Natalie Cole, Crosby, Stills and Nash, The Cure, Dream Theater, The Eagles, Grandmaster Flash, Nancy Griffith, Emmylou Harris, Etta James, MC5, Metallica, Joni Mitchell, The Pogues, Linda Ronstadt, The Sisters of Mercy, The Stooges, Tangerine Dream, Tom Waits und Yes. Zum 40. Firmenjubiläum brachte Elektra mit der Doppel-CD »Rubaiyat« Cover-Versions von Aufnahmen früher bei der Firma unter Vertag stehender Musikern heraus, gespielt von Musikern und Bands, die im Jahre des Jubiläums 1990 bei Elektra unter Vertrag standen.



Diskografie

Rubaiyat. Elektra’s 40th Anniversary (1990)