Island Records

Island Records, jamaikanisches Schallplatten-Label, 1959 von Chris Blackwell (* 1937) mit Hilfe von Graeme Goodall und Stanley Borden in Kingston gegründet; das Label, zu dem früher zahlreiche Tochter-Labels gehörten, ist nunmehr Teil der Def Jam Island Music Group, eine der Säulen der Universal Music Group. Der Name Island geht auf den von Alec Waugh verfassten Roman »Island in the Sun« (1955) zurück

Blackwell war als Sohn eines britischen Plantagenbesitzers schon früh mit der Musik Jamaikas in Berührung gekommen, hatte die Entstehung des Reggae miterlebt und entschloss sich, dieser Musik mit der Gründung eines Schallplatten-Labels ein Forum zu geben. Zunächst veröffentlichte er auf Island Aufnahmen des Jazz-Pianisten Lance Haywood, reservierte Island Records aber bald ausschließlich für Reggae-Aufnahmen; für andere Musik gründete Blackwell im Laufe der Jahre weitere Labels, so etwa Surprise Records, Black Swan Records, Aladdin Records, Sue Records und Jump Records.
1962 eröffnete Island eine Filiale in London und brachte damit die jamaikanische Musik auf die britischen Inseln. Er nahm zwar britische Musiker und Bands unter Vertrag, den ersten Top-Ten-Hit in Großbritannien hatte das Label aber 1964 mit der jamaikanischen Sängerin Millie Small (* 1942) und dem Song »My Boy Lollipop«. Weiter Musiker, deren Platten in Großbritannien veröffentlicht wurden, waren Toots & The Maytals, The Skatalites und Jackie Edwards.
In Großbritannien öffnete Blackwell das Programm des Labels auch für die Rockmusik, nahm die Spencer Davis Group unter Vertrag, ab der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre dann Traffic, Blind Faith, Fairport Convention, Spooky Tooth, Free und Cat Stevens, aber auch eine Reihe bedeutender Musiker und Bands des Progressive Rock wie Emerson, Lake & Palmer, King Crimson, Jethro Tull und Roxy Music. Anfang der 1970er-Jahre sah Blackwell das Potential des Reggae-Musikers Bob Marley und seiner Band The Wailers und nahm ihn wie auch die Reggae-Bands Burning Spear, Third World, Black Uhuru sowie den Bassisten Robert Shakespeare und den Schlagzeuger Sly Dunbar für Island unter Vertrag. An der Umwälzung in der Rockmusik Mitte der 1970er-Jahre nahm Island aktiv Teil und verpflichtete etwa die amerikanische Band B-52’s, später dann etwa U2, Robert Palmer, Melissa Etheridge, Town Waits und The Cranberries.
1977 hatte Blackwell auf den Bahamas das Compass Point Studio, wo viele der von Island verpflichteten Musiker ihre Platten aufnahmen. Nach wie vor der Auffassung, dass für die Musik der Karibik ein eigenes Label von Vorteil sei, hatte Blackwell 1972 Mango Records gegründet. Island übernahm auch den Vertrieb der Platten einer Vielzahl von Labels, darunter die für die Rockmusik wichtigen Labels wie Chrysalis, Virgin, Trojan und Stiff.
1989 verkaufte Blackwell Island Records und den dazugehörigen Verlag an Polygram. Polygram seinerseits ging 1998 an die Universal Music Group, die Island nebst einiger Unterlabels nach jahrelangen Umbenennungen und Umstrukturierungen zur Def- Jam Island Music Group zusammenfasste. Wenn auch weiterhin unter dem Namen Reggae-Musik veröffentlicht wird, so ist Island nunmehr in vielen Bereichen der Rock- und Popmusik aktiv. So haben etwa Tori Amos, Babyface, Bon Jovi, Justin Bieber, Mariah Carey, Def Leppard, Eddie and the Hot Rods, Melissa Etheridge, Florence and The Machine, The Fratellis, Natalie Imbruglia, Jennifer Lopez, Annie Lennox, John McLaughlin, P.J. Harvey, Portishead, Sugababes, Tokio Hotel, Traffic, Ultravox, Amy Winehouse und seit Anfang 2011 auch Queen einen Vertrag mit Island.
Das Logo der Plattenfirma zeigte meist eine Palme auf einer kleinen Insel, zeitweise vor einer Sonnenscheibe. Anfang der 1970er-Jahre bestand das Logo aber nur aus einem rosafarbenen Etikett mit einem weißen Kleinbuchstaben i.



Weblinks

http://www.islandrecords.co.uk/ (Offizielle britische Website des Labels Island Records)
http://www.islanddefjam.com/ (Offizielle amerikanische Website des Labels Island Records)