MGM Records

MGM Records, amerikanisches Schallplatten-Label, 1946 als Teil der Filmgesellschaft Metro-Goldwyn-Mayer gegründet.

Die Filmgesellschaft gründete das Schallplatten-Label, um Schallplatten der Soundtracks der bei der Firma produzierten Filme verkaufen zu können, ohne ein fremdes Label in Anspruch nehmen zu müssen. In dieser Hinsicht folgte MGM anderen Labels, etwa United Artists. Noch 1946 wurde mit dem Soundtrack des Films »Till the Clouds Roll By« (Regie: Richard Whorf) die ersten Platten veröffentlicht. In dem Musical-Film um das Leben des Komponisten Jerome Kern hatten Judy Garland und Frank Sinatra Hauptrollen übernommen. MGM prägte für Veröffentlichungen dieser Art den Begriff Original Cast Album, damit hervorhebend, dass hier die am Film beteiligten Sänger und Schauspieler mitwirkten. In diesem Zusammenhang tauchte auch erstmals der Begriff »Soundtrack« im Zusammenhang mit Schallplatten auf, die Filmmusik jeglicher Art enthielten, mitunter aber eben nicht die originalen Aufnahmen für den Film.

MGM veröffentlichte zahlreiche Soundtracks, darunter die von Musikfilmen wie »Annie Get Your Gun« (1950; Regie George Sidney), »Singin’ in the Rain« (1952; Regie: Gene Kelly, Stanley Donen), »Show Boat« (1951; George Sidney), »The Band Wagon« (1953; Vincente Minnelli), später auch von »Ben-Hur« (1959; William Wyler) und »How the West Was Won« (1962; John Ford u.a.). Ende der 1950er-Jahre hatte das Label, das in den ausgehenden 1940er- und den 1950er-Jahren zu den Großen der Branche gehörte, Cub Records als Unter-Label gegründet und von dem Jazz-Impresario Norman Granz dessen Label Verve Records gekauft. Mitte der 1960er-Jahre erkannte die Geschäftsleitung die Bedeutung der Rock- und Popmusik und übernahm Labels wie Kama Sutra Records und Cameo-Parkway Records in den Vertrieb; letzteres wurde aber schon nach kurzer Zeit von Allen Klein gekauft und in ABKCO umbenannt.

Ein konzises Programm wies der Katalog von MGM Records allerdings nicht auf. So brachte die Firma neben den Soundtracks auch Platten von Hank Williams Jr., Conway Twitty, Sandy Posey und Marie Osmond wie auch einige Platten mit traditioneller Kunstmusik auf den Markt. MGM besorgte auch den Vertrieb der Platten der Deutschen Grammophon in den USA. Diese Zusammenarbeit dauerte bis 1969, dann übernahm Polydor Records den Vertrieb. Drei Jahre später wurde MGM Records an die Polygram-Gruppe verkauft. Polygram durfte den Namen bis 1976 nutzen, dann schlug die Unternehmensleitung den Katalog des Labels Polydor Records zu; vereinzelt erschienen jedoch unter dem Namen Platten bis 1982. Der Katalog von MGM Records wurde in alle Winde zerstreut: Teils sind die Aufnahmen im Programm von Mercury Records, teils bei Rhino Records; die Filmfirma MGM ihrerseits gründete 1986 mit MGM Music wieder ein eigenes Label, abermals, um Musik auf den Markt zu bringen, an der die Firma Rechte besaß.

Bei MGM standen eine Reihe von Jazz- und Rockmusikern unter Vertrag, mitunter galten die Verträge nur für die USA, mitunter hatte die Firma lediglich den Vertrieb übernommen. Zu diesen Musikern und Bands gehörten etwa The Animals, The Blues Project, Eric Burdon & War, Petula Clark, The Cowsills, Sammy Davis Jr., Micky Dolenz (Ex-Monkees), Billy Eckstine, Connie Francis, Gloria Gaynor, Stan Getz, Davy Jones (Ex-Monkees), Eartha Kitt, The Lovin’ Spoonful, The Osmonds, Sam the Sham & The Pharaos, Sopwith Camel, Sister Rosetta Tharpe, Velvet Underground und Frank Zappa.

Weblink

bsnpubs.com/mgm/mgmstory.html (Website mit Label-Geschichte von MGMRecords und ausführlichen Disographien)