Motown Records

Motown Records, amerikanische Schallplattenfirma, 1960 von Berry Gordy Jr. (* 1929) in Detroit gegründet; Motown ist eine Abkürzung für Motor Town und nimmt damit Bezug auf Detroit als Zentrum der amerikanischen Autoindustrie.

Berry Gordy hatte 1959 zunächst das Label Tamla ins Leben gerufen und gründete 1961 mit Motown Records ein zweites. Die Programme der beiden Labels ähnelten sich stark und so werden die beiden Label-Namen meist zu einem, nämlich Tamla-Motown, zusammengezogen. Wirklich unterschieden wird zwischen den beiden Labels nur selten.

Der Name Motown Records ist besonders mit der Veröffentlichung von Rhythm ’n‘ Blues– und Soul-Schallplatten verbunden, wenn das Label gelegentlich auch in anderen Genres der amerikanischen Pop Music aktiv war. Weitere Labels, die Gordy zumeist in den 1960er-Jahren gründete, bestanden in der Regel nur wenige Jahre. 1972 verlegte Gordy den Sitz seiner Firmen nach Los Angeles und verkaufte 1988 Motown Records an die Schallplattenfirma MCA. Nach diversen Umstrukturierungen und Verkäufen ist Motown nunmehr Teil der Universal Music Group und residiert unter dem Namen Universal Motown Records Group in New York.

Der Name Motown wird mit dem charakteristischen Klang der von der Firma präsentierten Musik verbunden. Grundlage dieses oft kopierten und bis heute aktuellen Klangs ist die besondere Technik der Instrumental- und Vokalarrangements. Über einer relativ eigenständig geführten Bass-Linie, einem sehr trocken aufgenommenen Schlagzeug und dem beständigen Klirren des Schellenrings bewegen sich die Vokalparts meist in einem vom Blues herrührenden Frage-Antwort-Schema. Wichtig war für Gordy stets die Präsentation seiner Vokal-Gruppen, unter denen die aus Sängerinnen gebildeten Trios und Quartette eine zentrale Rolle einnehmen. Äußerlich waren die Sängerinnen gehalten, die Schönheitsideale der weißen Bevölkerung zu erfüllen. Bei den Konzertauftritten setzte Gordy auf äußerste Präzision im Gesang wie im Tanz. Zahlreichende stilprägende Künstler standen bei Mowtown unter Vertrag, so etwa Smokey Robinson & The Miracles, Mary Wells, The Marvelettes, Stevie Wonder, Marvin Gaye, Diana Ross & The Supremes, The Temptations, The Four Tops, The Jackson 5, Martha Reeves & The Vandellas, Tammi Terrell, The Isley Brothers, Frankie Valli & The Four Seasons, Gladys Knight & The Pips, Michael Jackson, The Commodores und Lionel Richie; zu den mit Motown eng verbundenen Songschreibern gehörten Brian Holland, Lamont Dozier, Eddie Holland und Norman Whitfiled. Tamla-Motown war kommerziell eines der erfolgreichsten Labels überhaupt.

Die Stilmittel der Motown-Veröffentlichungen blieben über die Zeit hinweg verbindlich für Musiker, vor allem Sängerinnen. Noch in der Musik und in den Auftritten von Sängerinnen wie Beyoncé, Jennifer Hudson, Rihanna, Sharleen Spiteri (Texas) und selbst Duffy finden sich mehr oder weniger deutliche Spuren der von Motown entwickelten Ästhetik.

Literatur

Gordy, Berry: To Be Loved – The Music, the Magic, the Memories of Motown; Melbourne 1994